Die Ostsee ist im Mittel etwa 52 m tief, an der tiefsten Stelle 459 m. Dieser Punkt heißt Landsorttief und liegt im westlichen Gotlandbecken südlich von Stockholm.
Zum Vergleich: Das Mittelmeer kommt auf eine durchschnittliche Tiefe von etwa 1.500 m. Das baltische Meer ist damit eher eine große Pfütze, und genau daraus ergeben sich fast alle seine Besonderheiten.
Die Zahlen im Überblick
| Wert | |
|---|---|
| Mittlere Tiefe | etwa 52 m |
| Maximale Tiefe (Landsorttief) | 459 m |
| Fläche | etwa 412.500 km² |
| Volumen | etwa 21.700 km³ |
| Länge von Nord nach Süd | etwa 1.600 km |
| Salzgehalt | 2 bis 20 Gramm pro Kilogramm |
Sie ist das größte Brackwassermeer der Erde. Süßwasser aus mehr als 200 Flüssen trifft auf salziges Nordseewasser, das durch die dänischen Meerengen einströmt. Dieses einzigartige Mischgebiet bringt Lebensräume hervor, die es sonst nirgends gibt.
Wie tief ist die Ostsee vor Deutschland?
Deutlich flacher, als viele annehmen. Die deutschen Küstengewässer gehören zu den seichtesten Bereichen überhaupt.
- Mecklenburger Bucht: etwa 25 m
- Fehmarnbelt: bis etwa 30 m
- Kieler Bucht: meist unter 25 m
- Arkonabecken vor Rügen: bis 45 m
- Bornholmbecken, schon weiter östlich: bis 100 m
Wer bei Warnemünde an der Küste badet, steht über einem Meeresboden, der selbst weit draußen selten tiefer als 30 m liegt. Das erklärt, warum sich die deutsche Ostsee im Sommer schnell erwärmt: Eine geringe Menge heizt sich zügiger auf als ein tiefes Becken.

Die Becken und die Schwellen dazwischen
Der Meeresboden ist alles andere als gleichmäßig. Er besteht aus mehreren tiefen Becken, die durch flache Schwellen voneinander getrennt sind.
Diese Struktur ist der Schlüssel zum Verständnis. Die wichtigsten Becken sind:
- Arkonabecken vor Rügen, bis 45 m
- Bornholmbecken östlich der Insel Bornholm, bis 100 m
- Danziger Becken vor der polnischen Küste, bis 110 m
- Gotlandbecken, aufgeteilt in einen östlichen und einen westlichen Teil. Im westlichen Gotlandbecken liegt mit 459 m die tiefste Stelle
- Bottnischer Meerbusen im Norden, bis 290 m
Dazwischen liegen Barrieren. Die Darßer Schwelle ist nur etwa 18 m tief, die Drogdenschwelle bei Kopenhagen sogar nur 8 m. Salzwasser muss über diese Hürden, um in die zentrale Ostsee zu gelangen. Der Wasseraustausch mit der Nordsee ist dadurch stark eingeschränkt.
Warum die geringe Tiefe ein Problem ist
Hier wird aus Geografie Ökologie. Salziges Wasser ist schwerer und sinkt in die Becken ab. Weil die flachen Barrieren den Nachschub begrenzen, bleibt das Tiefenwasser oft jahrelang liegen. Für das marine Ökosystem hat das erhebliche Folgen.
Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde beschreibt das in seinem Faktenblatt zur Sauerstoffsituation. Bis etwa 60 m ist das Wasser mit Sauerstoff gesättigt. Darunter liegt eine Grenzschicht, die für gelöste Gase praktisch undurchlässig ist. Ab 130 m herrschen in vielen Regionen sauerstofffreie Bedingungen. Neue Daten des Instituts zeigen, wie stark der ökologische Zustand davon abhängt.
Bleiben Bereiche ein bis zwei Jahre ohne Belüftung, werden sie erst sauerstoffarm und dann sauerstofffrei. Die maximale Ausdehnung dieser Todeszonen lag im letzten Jahrzehnt bei 40.000 km², also etwa zehn Prozent der gesamten Fläche. Dort entstehen Bedingungen, unter denen keine höheren Arten mehr leben können.
Frischer Sauerstoff kommt nur durch große Salzwassereinbrüche. Dafür braucht es eine bestimmte Wetterlage über mehrere Wochen, und solche Ereignisse entstehen unregelmäßig. Sie spielen für das Ökosystem eine entscheidende Rolle.
Warum ist die Ostsee so flach?
Die Geschichte des Meeres erklärt es. Das Becken wurde während der Eiszeiten von Gletschern ausgeschürft und ist geologisch sehr jung.
Nach dem Rückzug des Eises vor 12.000 Jahren entstand zunächst ein Süßwassersee. Erst als der Meeresspiegel stieg, drang Salzwasser ein. In der heutigen Form existiert das Meer seit etwa 7.500 Jahren.
Weil kein tektonischer Graben beteiligt war, fehlt die große Tiefe. Was heute an tiefen Stellen vorhanden ist, sind ausgeschürfte Rinnen im Gestein, keine echten Meeresgräben. Wo die menschliche Grenze in solchen Zonen liegt, zeigt der Beitrag dazu, wie tief ein Mensch tauchen kann.

Was die Tiefe für Urlauber bedeutet
Drei praktische Folgen ergeben sich aus den Zahlen:
Es wird warm. Im Hochsommer erreicht die deutsche Ostsee 20 bis 22 Grad, in flachen Buchten auch mehr. Ein tiefes Meer schafft das nicht.
Der Strand fällt flach ab. An vielen Abschnitten kann man 50 m hinauslaufen und steht immer noch. Für Familien mit kleinen Kindern ist das der Hauptgrund für diese Region.
Die See wird schnell unruhig. Geringe Tiefe bedeutet kurze, steile Wellen statt langer Dünung. Bei auffrischendem Wind wird es unangenehmer, als die Wellenhöhe vermuten lässt.
Wer das Meer von der anderen Seite erleben will, findet dort ebenfalls flache Küsten und unzählige Schären, etwa bei einem Ferienhaus am See in Schweden.
Häufige Fragen
Wie tief ist die Ostsee im Durchschnitt?
Die mittlere Tiefe beträgt etwa 52 m. Damit gehört sie zu den flachsten Randmeeren überhaupt.
Wo ist die tiefste Stelle der Ostsee?
Im Landsorttief südlich von Stockholm, im westlichen Gotlandbecken, bei 459 m.
Wie tief ist die Ostsee vor Deutschland?
Meist unter 30 m. Das Arkonabecken vor Rügen erreicht 45 m.
Warum ist die Ostsee so flach?
Sie wurde von Gletschern ausgeschürft und ist geologisch jung. Ein tektonischer Graben fehlt.
Wie salzig ist die Ostsee?
Zwischen 2 und 20 Gramm pro Kilogramm, im Westen deutlich salziger als im Norden.
Warum gibt es Todeszonen in der Ostsee?
Weil flache Schwellen den Austausch mit der Nordsee begrenzen und das Tiefenwasser dadurch jahrelang liegen bleibt.
Wie groß ist die Ostsee?
Etwa 412.500 km² Fläche bei rund 21.700 km³ Volumen.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

