Bemannte Missionen brauchen drei bis vier Tage zum Mond. Apollo 11 war nach gut drei Tagen in der Umlaufbahn, die Artemis-2-Crew erreichte ihr Ziel nach etwa fünf.
Die Entfernung erklärt das nur zum Teil. Im Mittel liegt der Mond 384.400 Kilometer von der Erde entfernt, und rechnerisch wäre man mit dem Tempo einer Rakete schneller da. Der Grund für die Dauer steckt in der Physik der Bahnen.
Phase 1: Der Start und die Erdumlaufbahn
Ein Flug zum Mond beginnt nicht mit Kurs auf den Mond. Die Rakete bringt die Kapsel zunächst in eine Erdumlaufbahn, wo die Systeme geprüft werden.
Bei Artemis 2 übernahm das Space Launch System diese Aufgabe, kurz SLS, die stärkste je eingesetzte Rakete der NASA. Der Start erfolgte nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA am 2. April 2026 vom Kennedy Space Center in Florida. Die SLS hob dort von der historischen Rampe in Cape Canaveral ab.
Diese erste Phase umfasst nur wenige Umläufe. Sie entscheidet aber darüber, ob es weitergeht: Erst wenn Antrieb, Lebenserhaltung und Navigation einwandfrei arbeiten, folgt der nächste Schritt.
Phase 2: Der Einschuss Richtung Mond
Jetzt zündet das Triebwerk erneut und beschleunigt Orion auf gut 39.000 km/h. Dieses Manöver heißt Trans-Lunar Injection und ist nach wenigen Minuten vorbei.
Danach geht es antriebslos weiter. Die Kapsel folgt einer langgestreckten Ellipse und wird ständig langsamer, weil die Erdanziehung bremst. Auf halber Strecke zwischen Erde und Mond ist sie nur noch mit wenigen tausend km/h unterwegs.
Genau deshalb zieht sich ein Flug zum Mond über mehrere Etappen. Wer schneller aufbrechen würde, käme früher an, müsste dort aber massiv abbremsen, und dafür fehlt der Treibstoff.
| Mission | Dauer bis zum Mond |
|---|---|
| Luna 1 (1959, Vorbeiflug) | etwa 34 Std. |
| Apollo 8 (1968, erste bemannte Umrundung) | etwa 69 Std. |
| Apollo 11 (1969) | 76 Std. bis zur Umlaufbahn |
| Chang’e-Missionen (China) | 4 bis 5 Tage |
| Artemis 2 (2026) | etwa 5 Tage bis zum Vorbeiflug |
| SMART-1 (2003, Ionenantrieb) | 13 Monate |

Phase 3: Die Ankunft
Am Ziel angekommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder bremst Orion ab und geht in eine Umlaufbahn, oder die Kapsel nutzt die Schwerkraft für eine freie Rückkehrbahn.
Die Mission von 1969 wählte den ersten Weg. Nach dem Einschwenken koppelte die Landefähre ab, und am 20. Juli gelang die erste Mondlandung überhaupt. Bis zum Aufsetzen verging gut eine halbe Woche.
Artemis 2 flog die zweite Variante. Die vier Astronauten umrundeten den Mond, ohne zu landen, und ließen sich von dessen Schwerkraft zurück Richtung Erde schleudern. Diese Bahn hat einen Vorteil: Fällt der Antrieb aus, kommen die Astronauten trotzdem nach Hause.
Phase 4: Der Rückflug
Der Rückflug zur Erde geht schneller, weil die Erdanziehung jetzt beschleunigt statt bremst. Die Crew von 1969 brauchte etwa 60 Std., also gut zweieinhalb Tage, bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.
Die ESA beziffert die gesamte Mission auf zehn Tage: Abflug am 2. April, Wasserung am 11. April 2026. Das Europäische Servicemodul, gebaut unter Federführung von Airbus in Bremen, trieb Orion dabei über eine Million Kilometer durch den Weltraum.
Bemerkenswert ist der Rekord, den die Besatzung von Artemis 2 nebenbei aufstellte: Mit dem Vorbeiflug übertraf sie die größte Entfernung von der Erde, die Menschen je erreicht hatten, und löste damit Apollo 13 aus dem Jahr 1970 ab.
Wer war an Bord?
Die Crew bestand aus vier Personen: Reid Wiseman als Kommandant, Victor Glover als Pilot sowie Christina Koch von der NASA und Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur als Missionsspezialisten. Glover war damit der erste Schwarze Astronaut auf einer Mondmission.
Es war die erste solche Mission seit Dezember 1972, also nach mehr als 53 Jahren Pause. Artemis 2 dient zugleich als Test für die geplante Mondlandung späterer Besatzungen, die die NASA für das Ende des Jahrzehnts anpeilt.

Könnte man schneller fliegen?
Technisch ja, praktisch kaum. Die Sonde New Horizons passierte 2006 die Mondbahn nach achteinhalb Std., weil sie ohne Rücksicht auf ein Abbremsen einfach durchstartete.
Für Astronauten geht das nicht. Wer so schnell ankommt, rast mit hohem Tempo daran vorbei, sofern kein Treibstoff für ein starkes Bremsmanöver mitfliegt. Und dieser Treibstoff müsste ebenfalls gestartet werden, was die Rakete drastisch vergrößern würde.
Umgekehrt gibt es den langsamen Weg. Die europäische Sonde SMART-1 flog 2003 mit einem Ionenantrieb los und war 13 Monate unterwegs. Dieser Antrieb ist extrem sparsam, liefert aber nur minimalen Schub.
Für Menschen bleibt der Korridor damit schmal: drei bis fünf Etappen von je 24 Stunden, seit über 50 Jahren unverändert. Zum Vergleich, was auf der Erde als weite Reise gilt: Der Flug nach Australien dauert mit Umstieg etwa 22 Std. Und nach unten ist die Grenze noch enger gesteckt, wie der Beitrag dazu zeigt, wie tief ein Mensch tauchen kann.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht der Flug zum Mond?
Bemannte Missionen brauchen drei bis fünf Tage. Unbemannte Sonden schaffen es schneller.
Wie weit ist die Erde vom Mond entfernt?
Im Mittel 384.400 Kilometer. Der Abstand schwankt zwischen etwa 356.000 und 407.000 km.
Wie lange war Apollo 11 unterwegs?
76 Std. bis zur Umlaufbahn, gut vier Tage bis zur Mondlandung am 20. Juli 1969.
Wie lange dauerte Artemis 2?
Zehn Tage insgesamt, vom Abflug am 2. April 2026 bis zur Wasserung am 11. April.
Warum zieht sich der Weg so hin?
Weil die Kapsel nach dem Einschuss antriebslos fliegt und von der Erdanziehung gebremst wird.
Wie schnell geht es Richtung Mond?
Beim Einschuss gut 39.000 km/h, danach wird es kontinuierlich langsamer.
Wie viel Zeit kostet der Rückflug?
Etwa zweieinhalb Tage. Er geht schneller, weil die Erdanziehung diesmal beschleunigt.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

