Das meiste Whey Proteinpulver im Regal ist ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Es beginnt als Molke, die gelbliche Flüssigkeit, die beim Käsen übrig bleibt, und endet als feines weißes Pulver mit hohen Proteingehalt. Für ein Kilogramm reines Protein braucht es über 100 Liter Milch.
Dieser Beitrag zeigt, wie aus Molke Protein hergestellt wird, und erklärt, worin sich Whey Protein Konzentrat, Isolat und Hydrolysat unterscheiden. Die Herstellung von Whey Proteinpulver läuft in mehreren Stufen ab, und jede Stufe verändert die biologische Wertigkeit des Ergebnisses.
Der Ausgangsstoff: Milch
Milch enthält rund 3,4 Prozent Eiweiß, dazu Fett und Laktose als Kohlenhydraten. Der Milchzucker, die Laktose, spielt später bei den Stufen eine Rolle. Das Eiweiß besteht aus zwei Fraktionen:
- Casein, etwa 80 Prozent des Milcheiweißes. Es gerinnt bei Säure oder Lab und bildet den Bruch.
- Molkenprotein, etwa 20 Prozent. Die Molke enthält diesen Anteil gelöst, er setzt sich nicht ab.
Genau diese Flüssigkeit ist die Molke, und aus ihr entsteht Whey Protein. Die feste Fraktion wird ebenfalls verarbeitet, allerdings über einen anderen Weg: Sie wird im Körper langsamer aufgenommen, ein Teil davon über Stunden.
Die Herstellung von Whey Proteinpulver in sechs Schritten
- Pasteurisieren. Die Milch wird kurz erhitzt, um Keime abzutöten. Die Temperatur ist niedrig genug, damit die Proteinstruktur erhalten wird.
- Trennen von Casein und Molke. Über Lab oder Säure gerinnt das Casein. Übrig ist dann die flüssige Molke mit dem Molkenprotein.
- Entfetten und Klären. Zentrifugen entfernen Restfett und Käsefeinteile.
- Mikrofiltration. Feine Membranen halten die großen Proteinmoleküle zurück und lassen Wasser, Laktose und Mineralstoffe passieren. Dieser Schritt bestimmt den späteren Proteingehalt.
- Eindampfen. Der verbliebenen Flüssigkeit wird schonend Wasser entzogen.
- Sprühtrocknung. Das Konzentrat wird fein vernebelt und im Wechsel von heißer und kalter Luft in Sekunden getrocknet. Das Ergebnis ist ein feines Produkt, das sich schnell auflöst.
Danach folgen nur noch Aromen für den Geschmack, Süßungsmittel und gegebenenfalls Vitamine, bevor abgefüllt wird. Damit ist die Herstellung abgeschlossen.

Whey Protein Konzentrat, Isolat und Hydrolysat
Der Unterschied zwischen den drei Stufen von Whey Proteinpulver entsteht daran, wie intensiv gefiltert wird und ob das Protein danach aufgespalten wird.
| Stufe | Proteingehalt | Laktose und Fett | Merkmal |
|---|---|---|---|
| Whey Protein Konzentrat | 70 bis 80 Prozent | enthält beides | günstigstes Whey Proteinpulver, voller Geschmack |
| Whey Protein Isolat | 90 Prozent und mehr | nahezu frei | für Laktoseintolerante geeignet |
| Whey Protein Hydrolysat | 90 Prozent und mehr | nahezu frei | vorgespalten, teuer, wird schnell aufgenommen |
Beim Whey Protein Konzentrat endet die Mikrofiltration früh. Dieses Protein Konzentrat enthält noch Milchzucker, etwas Fett und Mineralstoffe, schmeckt dadurch runder und kostet am wenigsten. Wer zum ersten Mal ein Whey Proteinpulver kauft, ist damit gut bedient.
Das Whey Protein Isolat durchläuft eine zusätzliche Stufe oder ein Ionenaustauschverfahren. Bei diesem Protein Isolat verschwinden Fett und Laktose fast vollständig. Menschen, die Milchzucker nicht vertragen, greifen zu dieser Variante.
Beim Whey Protein Hydrolysat werden die Ketten mit Enzymen in kürzere Bruchstücke zerlegt, also vorverdaut. Der Körper nimmt dieses Protein Hydrolysat schnell auf. Für gesunde Menschen ist der Vorteil gering, der Preisunterschied deutlich.
Pflanzliche Alternativen
Nicht jedes Eiweißpulver ist ein Whey Protein aus Milch. Bei Erbsen, Reis, Soja oder Hanf läuft die Herstellung ganz anders:
Die Rohware wird gemahlen, das Protein über Wasser oder eine leichte Lauge herausgelöst, durch Änderung des pH-Werts ausgefällt, gewaschen und ebenfalls sprühgetrocknet. Solche Produkte schmecken kräftiger als ein Whey Proteinpulver.
Pflanzliche Einzelquellen haben oft ein unvollständiges Aminosäureprofil. Deshalb kombiniert ein gutes Produkt mehrere Quellen, etwa Erbse und Reis, die sich ergänzen.

Wie viel Protein braucht man überhaupt?
Diese Frage entscheidet, ob sich das Pulver für dich lohnt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Referenzwert 0,8 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag für Erwachsene zwischen 19 und 64 Jahren. Ab 65 Jahren sind es 1,0 Gramm.
Das entspricht bei 70 Kilogramm 56 Gramm täglich und deckt den Erhalt der Muskelmasse ab. Diese Menge erhalten die meisten Menschen bereits über eine normale Mischkost aus Milchprodukten, Eiern, Fleisch oder Hülsenfrüchten, die alle Protein enthalten.
Sportler, die intensiv Kraftsport betreiben, liegen je nach Quelle bei 1,2 bis 1,7 Gramm. Auch diese hohen Mengen lassen sich über Lebensmittel decken, die alle wichtigen Aminosäuren enthalten. Protein Shakes nach dem Training sind vor allem praktisch, nicht notwendig. In den meisten Fällen brauchst du ihn nicht.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Kurze Zutatenliste. Protein, Aroma, Süßungsmittel. Mehr braucht ein gutes Produkt nicht.
- Proteingehalt je 100 Gramm prüfen, nicht die Angabe je Portion.
- Realistische Verzehrempfehlung. Unabhängige Tests kritisieren regelmäßig überhöhte Empfehlungen auf den Packungen.
- Herkunft der Molke. Whey Protein aus Weidemilch ist teurer, der Unterschied in der Qualität bleibt gering.
- Keine Wirkversprechen. Ein Pulver ist ein Lebensmittel, kein Nahrungsergänzungsmittel mit Heilwirkung.
Was bei der Herstellung schiefgehen kann
Die Prozesskette ist etabliert, zwei Punkte werden in unabhängigen Tests aber regelmäßig bemängelt.
Rückstände aus der Reinigung. Anlagen in Molkereien werden sicher mit Laugen und Desinfektionsmitteln gespült. Werden sie nicht gründlich nachgespült, landen Spuren im Endprodukt. Tests haben solche Rückstände wiederholt nachgewiesen.
Zu starkes Erhitzen. Wird bei der Herstellung zu heiß getrocknet, denaturiert ein Teil des Proteins. Der ausgewiesene Gehalt ändert sich nicht, die Löslichkeit leidet. Erkennbar ist das daran, dass es klumpt und sich schlecht einrührt.
Molkenprotein gilt wegen seiner hohen biologischen Wertigkeit als besonders gut verwertbar. Verlässliche Hinweise zur Qualität liefern dir dennoch weniger die Herstellerangaben als unabhängige Tests. Stiftung Warentest und Öko-Test prüfen Eiweißpulver regelmäßig und beanstanden neben Rückständen vor allem überhöhte Verzehrempfehlungen auf den Packungen.
Häufige Fragen
Woraus wird Proteinpulver hergestellt?
Meist aus Molke, einem Nebenprodukt der Käserei. Whey Protein ist der Standard, daneben wird Casein verwendet sowie pflanzliche Quellen wie Erbse, Reis oder Soja.
Was ist der Unterschied zwischen Konzentrat und Isolat?
Ein Whey Protein Konzentrat enthält 70 bis 80 Prozent Protein plus Milchzucker und Fett. Das Whey Protein Isolat wird stärker gefiltert und kommt auf über 90 Prozent, nahezu ohne Laktose.
Wie viel Milch steckt in einem Kilo Protein?
Über 100 Liter, weil Molkenprotein nur etwa ein Fünftel des Milcheiweißes ausmacht.
Ist Proteinpulver notwendig?
Für die meisten nicht. Der Referenzwert von 0,8 Gramm je Kilogramm Körpergewicht lässt sich einfach über normale Lebensmittel decken. Wichtig ist er vor allem für Sportler mit hohem Trainingsumfang.
Was ist Sprühtrocknung?
Der letzte Schritt der Herstellung: Das Konzentrat wird fein vernebelt und in heißer Luft binnen Sekunden getrocknet. So entsteht das gut lösliche Eiweißpulver.
Wie viel Zucker steckt in solchen Produkten?
Je nach Sorte unterschiedlich. Wie sich Zuckermengen anschaulich umrechnen lassen, zeigt unser Beitrag dazu, wie viel Gramm ein Zuckerwürfel hat.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Ernährungsberatung.*

