Wie viel ein Polizist verdient, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Polizisten sind Beamte, und Beamte bekommen kein Gehalt nach Tarif, sondern eine Besoldung nach Gruppe und Erfahrungsstufe. Dazu kommen Zulagen und ein Nettovorteil, den Angestellte mit gleichem Bruttogehalt nicht haben. Dieser Überblick zeigt, mit welchem Gehalt in welcher Laufbahn zu rechnen ist und warum das Bundesland eine so große Rolle spielt.
Das Gehalt nach Laufbahn
| Laufbahn | Besoldungsgruppe | Brutto pro Monat |
|---|---|---|
| Ausbildung, mittlerer Dienst | A 5 bis A 6 | rund 1.300 bis 1.500 € Anwärterbezüge |
| Einstieg nach der Ausbildung | A 7 bis A 8 | etwa 2.800 bis 3.300 € |
| Mittlerer Dienst, erfahren | A 8 bis A 9 | etwa 3.100 bis 4.300 € |
| Gehobener Dienst (Kommissar) | A 9 bis A 11 | etwa 3.500 bis 5.000 € |
| Höherer Dienst (Rat, Direktor) | ab A 13 | etwa 4.800 bis 7.000 € |
Die genauen Werte stehen im Besoldungsgesetz. Für Bundesbeamte, also etwa die Bundespolizei, gilt das Bundesbesoldungsgesetz: In der Besoldungsgruppe A 9 liegt das Grundgehalt 2026 je nach Erfahrungsstufe zwischen rund 3.550 und 4.540 Euro, in A 11 zwischen etwa 4.300 und 5.610 Euro.
Warum das Bundesland den Unterschied macht
Die Polizei ist in Deutschland Ländersache, mit Ausnahme der Bundespolizei. Jedes Bundesland beschließt seine eigene Besoldung, und die Unterschiede beim Gehalt sind spürbar: Bayern und Baden-Württemberg zahlen tendenziell über dem Schnitt, mehrere ostdeutsche Länder darunter. Zwischen dem bestbezahlenden und dem schlechtestbezahlenden Land liegen in derselben Besoldungsgruppe schnell mehrere hundert Euro im Monat.
Wer die Wahl hat, sollte außerdem auf die Wochenarbeitszeit schauen. Sie liegt je nach Land zwischen 40 und 42 Stunden, was den Stundenlohn spürbar verändert. Ein höheres Gehalt bei längerer Arbeitszeit kann unterm Strich schlechter sein als ein niedrigeres bei 40 Stunden.
Ein dritter Faktor kommt hinzu: der Familienzuschlag. Verheiratete Polizisten und solche mit Kindern erhalten Zuschläge, die je nach Zahl der Kinder mehrere hundert Euro im Monat ausmachen können. Zwei Polizisten in derselben Besoldungsgruppe können deshalb deutlich unterschiedlich viel verdienen.

Zulagen und der Nettovorteil
Das Grundgehalt ist nur ein Teil. Dazu kommen regelmäßig:
- Polizeizulage als amtsbezogener Zuschlag
- Schichtzulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste
- Familienzuschlag für Verheiratete und pro Kind
- Erschwerniszulagen für besondere Verwendungen
Entscheidend für das, was am Monatsende übrig bleibt, ist aber ein anderer Punkt: Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Krankenversicherung. Stattdessen fallen Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung an, von denen die Beihilfe des Dienstherrn einen großen Teil übernimmt. Unterm Strich bleibt vom Brutto deutlich mehr netto übrig als bei Angestellten mit gleichem Bruttogehalt.
Was in der Ausbildung gezahlt wird
Anders als in vielen Berufen gibt es schon während der Ausbildung Geld. Anwärterinnen und Anwärter erhalten Bezüge von rund 1.300 bis 1.500 Euro brutto im Monat, je nach Land und Laufbahn. Die Ausbildung für den mittleren Dienst dauert zweieinhalb Jahre, das Studium für den gehobenen Dienst drei Jahre und endet mit dem Bachelor.
Ein Vergleich mit anderen Berufen mit staatlicher Prüfung lohnt sich: Wie lang der Weg in einem klassischen juristischen Beruf ist, zeigt unser Beitrag Wie wird man Notar?.

Häufige Fragen zum Gehalt von Polizisten
Wie viel verdient ein Polizist netto?
Bei etwa 3.200 Euro brutto im mittleren Dienst bleiben je nach Familienstand und Bundesland grob 2.300 bis 2.600 Euro netto. Der Nettoanteil ist höher als bei Angestellten, weil keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen.
Was verdient man während der Polizeiausbildung?
Rund 1.300 bis 1.500 Euro brutto monatlich als Anwärterbezüge. Anders als bei einer schulischen Ausbildung wird von Anfang an gezahlt.
Wie viel verdient ein Kommissar?
Kommissare starten im gehobenen Dienst in A 9 und erreichen mit Erfahrung und Beförderung A 11 oder A 12. Das entspricht grob 3.500 bis 5.000 Euro brutto im Monat.
In welchem Bundesland verdienen Polizisten am meisten?
Bayern und Baden-Württemberg liegen traditionell vorn, auch der Bund zahlt vergleichsweise gut. Die Unterschiede betragen in derselben Besoldungsgruppe mehrere hundert Euro monatlich.
Steigt das Gehalt automatisch?
Ja. Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigt das Grundgehalt mit den Erfahrungsstufen, unabhängig von einer Beförderung. Ein Aufstieg in eine höhere Gruppe setzt dagegen eine Beförderung voraus.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026. Angaben sind Richtwerte, maßgeblich sind die Besoldungsgesetze von Bund und Ländern.*

