Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt pro Zyklus bei jungen Frauen bei rund 25 Prozent und fällt mit 40 Jahren auf unter 5 Prozent. Der Rückgang beginnt schleichend und beschleunigt sich ab etwa 35.
Entscheidend ist nicht das gefühlte Alter, sondern die Zahl und die Qualität der Eizellen. Beides lässt sich durch den Lebensstil nur begrenzt beeinflussen. Wichtig ist deshalb, den eigenen Zeitpunkt für ein Kind realistisch einzuschätzen.
Die Tabelle: Chance pro Zyklus nach Alter
| Alter | Wahrscheinlichkeit je Zyklus | Nach einem Jahr |
|---|---|---|
| 20 bis 24 Jahre | etwa 25 bis 30 % | rund 90 % |
| 25 bis 29 Jahre | etwa 25 % | rund 85 % |
| 30 bis 34 Jahre | etwa 20 % | rund 75 % |
| 35 bis 39 Jahre | etwa 15 % | rund 65 % |
| 40 bis 44 Jahre | unter 5 % | deutlich geringer |
Die Werte sind statistisch und gelten allgemein für gesunde Paare ohne Verhütung. Im Einzelfall kann eine 38-Jährige gleich im ersten Zyklus schwanger werden und eine 28-Jährige ein Jahr brauchen. Die eigene Situation lässt sich aus einer Tabelle nicht ablesen.
Nach aktuellen Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf familienplanung.de sind bereits mit 40 bis 44 Jahren etwa 30 Prozent aller Frauen unfruchtbar.
Warum die Fruchtbarkeit mit dem Alter sinkt
Zwei Entwicklungen laufen parallel, und beide beginnen lange vor den Wechseljahren.
Die Eizellreserve schrumpft. Frauen werden mit allen Eizellen geboren, die sie je haben werden. Die Reserve des Körpers nimmt ab der Geburt kontinuierlich ab, unabhängig davon, ob Eisprünge stattfinden oder die Pille eingenommen wird. Von ein bis zwei Millionen Eizellen im ersten Lebensjahr sind zum Beginn der Pubertät noch einige hunderttausend übrig, und nur etwa 400 davon reifen im Laufe des Lebens heran.
Die Eizellqualität nimmt ab. Mit höherem Alter verschlechtert sich die Qualität der Eizellen, was das Risiko für Fehlgeburten erhöht. Chromosomenfehler treten öfter auf, und viele befruchtete Eizellen nisten sich gar nicht erst ein.
Der zweite Punkt erklärt, warum die Statistik ab 35 kippt. Es dauert länger bis zur Schwangerschaft, und es gehen mehr frühe Schwangerschaften wieder verloren.

Spielt das Alter des Mannes eine Rolle?
Ja, nur später und weniger stark. Bei Männern nimmt die Fruchtbarkeit nach Angaben der BZgA erst ab circa 40 Jahren merklich ab. Es entstehen weniger Spermien, die Befruchtungsfähigkeit der Spermien lässt nach, und Erbgutfehler werden häufiger. Bei höherem Alter des Vaters steigt außerdem das Risiko für bestimmte genetische Veränderungen.
Für ein Paar mit Kinderwunsch heißt das: Beide Seiten zählen. Die Ursache liegt etwa in einem Drittel der Fälle bei der Frau, in einem Drittel beim Mann und im Rest bei beiden oder bleibt ungeklärt. Wer sich ein Kind wünscht, sollte deshalb beide untersuchen lassen.
Was die Fruchtbarkeit sonst beeinflusst
Diese Faktoren lassen sich im Gegensatz zum Alter verändern:
- Rauchen. Nikotinkonsum ist laut BZgA bei etwa 15 Prozent der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ursächlich. Ab ungefähr 15 Zigaretten täglich verlängert sich die Zeit bis zur Schwangerschaft deutlich. Rauchen beide Partner, sinken auch die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung.
- Gewicht. Starkes Übergewicht verursacht hormonelle Störungen und Zyklusstörungen, Untergewicht kann den Eisprung ganz ausfallen lassen. Eine Normalisierung reguliert den Hormonhaushalt oft wieder.
- Alkohol. Übermäßiger Konsum beeinträchtigt die Spermienqualität. Mäßige Mengen gelten als vermutlich unbedenklich.
- Vorerkrankungen. Endometriose, das polyzystische Ovarsyndrom und Schilddrüsenstörungen wirken sich direkt aus und sind behandelbar.
- Der richtige Zeitpunkt. Die fruchtbaren Tage umfassen etwa fünf Tage vor und den Tag des Eisprungs. Wer diesen Zeitpunkt im Zyklus trifft, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft spürbar.
Ein gesunder Lebensstil verschiebt die biologische Uhr nicht, er sorgt aber dafür, dass die natürliche Chance auch genutzt wird. Entscheidend bleibt am Ende das Alter.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Wichtig ist, nicht zu lange zu warten. Die gängige medizinische Empfehlung richtet sich nach dem Alter der Frau:
- Unter 35 Jahren: nach zwölf Monaten mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung.
- Ab 35 Jahren: bereits nach sechs Monaten, weil die natürliche Reserve schneller abnimmt.
- Sofort, wenn Zyklusstörungen, ausbleibende Blutungen, bekannte Endometriose oder Voroperationen vorliegen.
Untersucht werden bei der Frau Hormonwerte, Zyklus und Eileiter, beim Mann ein Spermiogramm. Der Wert AMH gibt eine grobe Auskunft über die verbleibende Reserve, sagt aber nichts darüber aus, ob eine Schwangerschaft eintritt. Welche Behandlung infrage kommt, hängt vom Befund ab, und jede Behandlung braucht Zeit.
Wer eine frühe Blutung als mögliches Anzeichen deutet, findet die Einordnung im Beitrag dazu, wie eine Einnistungsblutung aussieht. Und falls es am Ende zwei werden: Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt mit dem Alter ebenfalls, wie der Beitrag zu Zwillingen zeigt.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Er liefert Zahlen zur Orientierung, keine Prognose für den Einzelfall.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Chance pro Zyklus?
Bei jungen Frauen rund 25 Prozent, mit 35 Jahren etwa 15 Prozent, mit 40 unter 5 Prozent.
Ab wann nimmt die Fruchtbarkeit ab?
Der Rückgang beginnt früh und beschleunigt sich ab etwa 35 Jahren.
Wie viele Eizellen hat eine Frau?
Ein bis zwei Millionen bei der Geburt. Etwa 400 reifen im Laufe des Lebens heran.
Spielt das Alter des Mannes eine Rolle?
Ja, ab circa 40 Jahren. Die Spermienqualität sinkt und Erbgutfehler nehmen zu.
Wie wirkt sich das Alter auf Fehlgeburten aus?
Mit schlechterer Eizellqualität steigt das Risiko für Fehlgeburten an.
Was beeinflusst die Fruchtbarkeit noch?
Vor allem Rauchen, Gewicht, Alkohol und unbehandelte Vorerkrankungen.
Wann zum Kinderwunschzentrum?
Unter 35 nach einem Jahr, ab 35 nach einem halben Jahr ohne Erfolg. Wer früher Klarheit möchte, kann sich auch vorher beraten lassen.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*


