
Wer in Griechenland „Guten Tag“ sagen möchte, greift fast immer zu einem Wort: Kalimera. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, denn die griechische Sprache teilt den Tagesverlauf anders ein als die deutsche. Eine Begrüßung, die um elf Uhr perfekt sitzt, wirkt um fünf Uhr nachmittags merkwürdig. Dieser Vergleich zeigt, welcher Gruß zu welcher Tageszeit gehört, wie die Aussprache funktioniert und was Griechen im Alltag tatsächlich sagen.
Die griechischen Grüße im Vergleich
| Griechisch | Schreibweise | Bedeutet | Wann verwendet |
|---|---|---|---|
| Kaliméra | Καλημέρα | Guten Morgen, Guten Tag | vom Aufstehen bis etwa 12 Uhr |
| Kalispéra | Καλησπέρα | Guten Abend, auch Guten Tag | ab dem frühen Nachmittag |
| Kaliníchta | Καληνύχτα | Gute Nacht | nur zum Abschied vor dem Schlafengehen |
| Giá sou | Γεια σου | Hallo, Tschüss | jederzeit, an eine Person, vertraut |
| Giá sas | Γεια σας | Hallo, Tschüss | jederzeit, höflich oder an mehrere |
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Tabelle: Das deutsche „Guten Tag“ hat im Griechischen keine exakte Entsprechung. Der Tagesverlauf wird in Morgen und Abend geteilt, ein Mittelstück gibt es nicht. Wer am Mittag grüßt, entscheidet sich also für eine der beiden Seiten.
Kalimera: Bedeutung und Aussprache
Das Wort setzt sich zusammen aus *kalí* für „gut“ und *iméra* für „Tag“, wörtlich also „guter Tag“. Verwendet wird es trotzdem wie unser „Guten Morgen“, nämlich in der ersten Tageshälfte.
Die Aussprache lautet ka-li-MÉ-ra, betont wird die vorletzte Silbe. Alle Vokale bleiben kurz und klar, das lange gedehnte „eee“ aus dem Deutschen gibt es nicht. Zwei Stolpersteine für deutsche Ohren:
- Das „r“ wird leicht gerollt, ähnlich wie im Italienischen.
- Das „e“ in der betonten Silbe klingt offen, etwa wie in „Bett“, nicht wie in „Beet“.
Wer sich die Betonung merken möchte, achtet einfach auf den Akzent in der griechischen Schreibweise: Καλημέρα trägt ihn auf dem έ, und genau dort liegt die Hauptsilbe.

Wann der Wechsel zu Kalispera kommt
Eine feste Uhrzeit gibt es nicht, und Griechen sind dabei entspannt. Als Faustregel gilt: Bis zum Mittag sagen die Einheimischen Kalimera, danach Kalispera. In vielen Regionen wird Kalimera bis in den frühen Nachmittag verwendet, besonders solange die Mittagsruhe andauert.
Falsch machen kannst du wenig. Ein verspätetes Kalimera um 14 Uhr wird höchstens mit einem Lächeln quittiert, nie als unhöflich verstanden. Umgekehrt wirkt Kalispera am Vormittag seltsamer, weil es klingt, als hätte man verschlafen.
Was du im Alltag wirklich hörst
Im Straßenbild dominiert nicht die Formel aus dem Lehrbuch, sondern Giá sou beziehungsweise Giá sas. Wörtlich heißt das „Gesundheit dir“, verwendet wird es wie unser „Hallo“, zur Begrüßung ebenso wie zum Abschied.
Die vertraute Form gilt gegenüber Freunden, Gleichaltrigen und Kindern, die höfliche gegenüber Fremden, älteren Menschen und mehreren Personen. Im Zweifel liegst du mit der höflichen Variante richtig, genau wie mit dem deutschen „Sie“.
Die Aussprache ist unkompliziert: jia su und jia sas. Das griechische Gamma klingt für deutsche Ohren wie ein „j“, nicht wie ein hartes „g“.
Kleine Gesprächshelfer für den Urlaub
Mit einer Handvoll Wörter kommst du in Griechenland überraschend weit. Diese fünf lohnen sich:
- Efcharistó (Ευχαριστώ) für „Danke“, gesprochen ef-cha-ri-STÓ.
- Parakaló (Παρακαλώ) für „Bitte“ und „Gern geschehen“.
- Né (Ναι) heißt „Ja“, auch wenn es für deutsche Ohren nach „Nein“ klingt.
- Óchi (Όχι) heißt „Nein“.
- Signómi (Συγγνώμη) für „Entschuldigung“.
Punkt drei sorgt regelmäßig für Verwirrung: *Né* bedeutet Ja. Wer das nicht weiß, bestellt im Restaurant schnell etwas anderes als gedacht.

Warum sich der Versuch lohnt
In den Touristenzentren spricht fast jeder Englisch, notwendig ist Griechisch also nicht. Trotzdem verändert ein Gruß in der Landessprache die Begegnung. Er signalisiert Respekt, und darauf reagieren Menschen in Griechenland besonders herzlich.
Wer vor der Reise noch Formalitäten klären möchte, findet die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt. Und wer sich fragt, wie viele der Inseln überhaupt bewohnt sind, findet die Antwort in unserem Beitrag Wie viele Inseln hat Griechenland?.
Häufige Fragen
Was heißt guten Tag auf Griechisch?
Kalimera (Καλημέρα). Wörtlich bedeutet das Wort „guter Tag“, verwendet wird es aber wie „Guten Morgen“, also bis zum Mittag. Danach sagen Griechen Kalispera.
Wie begrüßt man sich in Griechenland?
Meist mit einem Händedruck, unter Bekannten mit Wangenküsschen. Wichtiger als die Geste ist der Blickkontakt, und ein Gruß in der Landessprache wird spürbar positiv aufgenommen.
Wie spricht man Kalimera aus?
Ka-li-MÉ-ra mit Betonung auf der vorletzten Silbe. Die Vokale bleiben kurz, das „r“ wird leicht gerollt.
Wie sagt man Hallo auf Griechisch?
Giá sou zu einer vertrauten Person, Giá sas höflich oder an mehrere. Beides funktioniert auch zum Abschied.
Wann sagt man Kalispera?
Ab dem frühen Nachmittag bis in die Nacht. Eine feste Uhrzeit gibt es nicht, die Grenze verläuft ungefähr um die Mittagszeit.
Was sagt man zum Abschied auf Griechisch?
Giá sou oder Giá sas, abends auch Kaliníchta für „Gute Nacht“. Wer Genesungswünsche in anderen Sprachen braucht, findet sie unter Gute Besserung auf Englisch.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*


