Zu Griechenland gehören rund 3.000 Inseln, aber nur 119 davon sind bewohnt. Je nach Zählweise kursieren Angaben zwischen 1.200 und über 6.000.
Der Grund für diese Spanne ist banal: Es gibt keine verbindliche Definition, ab wann ein Felsen im Meer als Insel gilt. Zählt man jede Klippe mit, kommt man auf sechstausend. Zählt man nur Landmassen mit Vegetation, bleiben ein paar hundert übrig. Der überwiegende Teil ist ganz und gar unbewohnt.
Die Zahlen, auf die man sich einigen kann
| Anzahl | |
|---|---|
| Inseln und Felseninseln insgesamt | rund 3.000 |
| Dauerhaft bewohnte Inseln (Zensus 2021) | 119 |
| Davon mit mehr als 1.000 Einwohnern | etwa die Hälfte |
| Inseln mit weniger als 100 Einwohnern | rund 40 |
| Anteil der Inseln an Griechenlands Fläche | rund 20 Prozent |
Die 119 stammen aus der griechischen Volkszählung von 2021 und sind die belastbarste Zahl. Alles darüber hinaus ist eine Frage der Definition.
Bemerkenswert ist die Verteilung: Auf den fünf größten Inseln lebt mehr als die Hälfte aller Inselbewohner. Viele kleinere Inseln zählen dagegen nur wenige Dutzend Menschen, und das oft nur im Sommer.
Die größten griechischen Inseln
| Insel | Fläche | Inselgruppe |
|---|---|---|
| Kreta | 8.336 km² | eigene Region |
| Euböa (Evia) | 3.660 km² | eigene Lage am Festland |
| Lesbos | 1.633 km² | Nordägäis |
| Rhodos | 1.401 km² | Dodekanes |
| Chios | 842 km² | Nordägäis |
| Kefalonia | 781 km² | Ionische Inseln |
| Korfu | 593 km² | Ionische Inseln |
| Samos | 478 km² | Nordägäis |
| Naxos | 429 km² | Kykladen |
Die Namen der bekanntesten Urlaubsziele tauchen in dieser Liste teils gar nicht auf. Santorin misst nur 76 km², Mykonos 86 km². Ihre Bekanntheit hat also wenig mit der Größe zu tun.
Die sieben Inselgruppen im Überblick
1. Die Ionischen Inseln
Sie liegen im Ionischen Meer westlich des Festlands und sind die grünste Region Griechenlands. Mehr Regen im Winter bedeutet dichte Vegetation, Zypressen und Olivenhaine bis ans Wasser.
Zu den Ionischen Inseln zählen Korfu, Zakynthos, Kefalonia, Lefkada, Ithaka und Paxos. Korfu ist die bekannteste und wegen der venezianischen Altstadt auch die historisch interessanteste. Zakynthos ist vor allem für den Schiffswrack-Strand bekannt, einen der meistfotografierten Orte des Landes.
Wer Grün statt Fels sucht, ist hier richtig. Diese Inselgruppe ist außerdem die einzige Region, die nie unter osmanischer Herrschaft stand, was sich bis heute an der Architektur zeigt. Ihre Geschichte verlief damit ganz anders als die der Ägäis.
2. Die Kykladen
Das Postkartenbild von Griechenland stammt fast immer von hier: weiße Häuser, blaue Kuppeln, kahle Berge, tiefblaues Meer. Die Kykladen liegen in der südlichen Ägäis rund um die heilige Insel Delos.
Die bekanntesten sind Santorin, Mykonos, Naxos und Paros. Naxos ist dabei die größte und hat als einzige nennenswerte Landwirtschaft und Berge über 1.000 m. Dazu kommen ruhigere wie Milos, Ios, Amorgos, Sifnos und Serifos sowie die Kleinen Kykladen mit Koufonisia, Schinoussa und Iraklia. Wer besonders kleine Orte mag, ist auf Koufonisia richtig: Der bewohnte Teil misst keine vier Quadratkilometer.
Der Meltemi, ein kräftiger Nordwind, bläst im Ägäischen Meer von Juli bis September. Er sorgt für angenehme Temperaturen, legt den Schiffsverkehr aber gelegentlich lahm. Die weißen Häuser mit den blauen Kuppeln stammen übrigens nicht aus der Antike, sondern aus dem 20. Jahrhundert.
3. Der Dodekanes
Wörtlich die zwölf Inseln, tatsächlich sind es deutlich mehr. Sie liegen in der südöstlichen Ägäis dicht vor der türkischen Küste.
Rhodos ist die größte und bekannteste, gefolgt von Kos. Dazu kommen Patmos, Karpathos, Symi, Leros, Kalymnos und Nisyros. Der Dodekanes gehört erst seit 1947 zu Griechenland, davor war er italienisch, und auch das prägt die Bauten. Die Altstadt von Rhodos zählt zum Weltkulturerbe.
Diese Inselgruppe hat die meisten Sonnenstunden im ganzen Land. Wer im Oktober noch baden möchte, hat hier die besten Chancen.

4. Die Nordägäischen Inseln
Die nördlichen Inseln der Ägäis sind touristisch am wenigsten erschlossen. Dazu gehören Lesbos, Chios, Samos, Limnos, Ikaria, Thassos und Samothraki. Sie sind bei deutschen Urlaubern deutlich weniger bekannt als die Kykladen.
Samos und Chios trennen nur wenige Kilometer von der türkischen Küste. Chios ist für den Mastix bekannt, ein Harz, das nirgends sonst auf der Welt gewonnen wird. Lesbos ist die drittgrößte Insel und lebt eher von Olivenöl und Ouzo als von Touristen.
Ikaria hat es als eine der sogenannten Blauen Zonen zu Bekanntheit gebracht, also als Region mit auffällig vielen sehr alten Menschen.
5. Die Sporaden
Die Nördlichen Sporaden liegen vor der Küste Thessaliens und sind ebenfalls grün und bewaldet. Skiathos, Skopelos und Alonnisos bilden den Kern, dazu kommt Skyros weiter östlich.
Skopelos wurde als Drehort von *Mamma Mia!* bekannt und hat seitdem spürbar mehr Touristen. Rund um Alonnisos erstreckt sich der größte Meerespark Europas, in dem Mönchsrobben leben. Die nördlichen Sporaden sind dicht bewaldet, was für griechische Inseln eine Besonderheit ist.
6. Die Saronischen Inseln
Sie liegen im Saronischen Golf direkt vor Athen und sind damit die am schnellsten erreichbaren. Ägina, Poros, Hydra und Spetses lassen sich als Tagesausflug machen.
Auf Hydra sind Autos verboten. Transporte laufen über Esel und Boote, was dem Ort einen eigenen Rhythmus gibt.
7. Kreta
Die größte griechische Insel bildet eine eigene Region. Mit 8.336 Quadratkilometern ist sie größer als alle Kykladen zusammen und nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Insel des Mittelmeers.
Kreta hat Berge über 2.400 m, abgelegene Dörfer im Landesinneren, eine eigene Küche und eine Geschichte, die mit der minoischen Kultur vor 4.000 Jahren beginnt. Die Strände im Südwesten gehören zu den schönsten des Mittelmeers. Wer zwei Wochen bleibt, sieht davon einen Bruchteil.
Die zweitgrößte ist übrigens Euböa, auf Griechisch Evia. Ihre Lage direkt am Festland macht eine Brücke möglich, weshalb viele sie gar nicht als Insel wahrnehmen.

Welche Insel passt zu wem?
- Erster Urlaub in Griechenland: Kreta oder Rhodos. Gute Infrastruktur, viele Direktflüge, genug zu sehen für zwei Wochen.
- Ruhe und Wandern: Amorgos, Karpathos, Ikaria oder die kleinen Inseln der Kykladen.
- Urlaub mit Kindern: Korfu, Kos oder Skiathos wegen der flachen Strände und kurzen Wege.
- Kultur und Geschichte: Kreta, Rhodos, Delos oder Patmos.
- Inselhüpfen: die Kykladen, weil die Verbindungen dicht sind.
Die Anreise läuft fast immer über Athen oder Piräus. Von dort fahren Schiffe zu allen größeren Zielen, dazu gibt es Direktflüge nach Kreta, Rhodos, Kos, Korfu, Santorin und Mykonos. Wer im Sommer Urlaub machen möchte, bucht besser früh.
Ein praktischer Hinweis: Bei starkem Wind fallen Verbindungen aus, und das passiert im Hochsommer regelmäßig. Plane vor einem Rückflug mindestens einen Puffertag ein.
Worauf du vor Ort achten solltest
Das Auswärtige Amt weist in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Griechenland auf drei Punkte hin, die für die Inseln besonders gelten.
Waldbrandgefahr. Sie ist bei hohen Temperaturen und geringem Niederschlag sehr hoch. Offenes Feuer ist im Sommer vielerorts verboten.
Erdbeben. Festland und Inseln liegen in einer seismisch aktiven Zone, Beben sind häufig. Vulkanische Aktivität ist dagegen selten, Santorin ist der bekannteste Fall.
Mediterrane Herbststürme. Von August bis November können sogenannte Medicanes auftreten und zu Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen führen.
Wer ein paar Brocken der Landessprache mitbringt, kommt auf den kleinen Inseln deutlich weiter. Ein Anfang steht im Beitrag dazu, wie man guten Tag auf Griechisch sagt. Und wer schon im Frühjahr Sonne sucht, findet die Einordnung unter wo es im April warm ist.
Häufige Fragen
Wie viele Inseln hat Griechenland?
Rund 3.000, je nach Zählweise auch deutlich mehr oder weniger.
Wie viele griechische Inseln sind bewohnt?
119 nach dem Zensus 2021. Etwa 40 davon haben weniger als 100 Einwohner.
Welche Inselgruppen gibt es?
Ionische Inseln, Kykladen, Dodekanes, nördliche Ägäis, Sporaden, Saronische Inseln und Kreta.
Welche ist die größte griechische Insel?
Kreta mit 8.336 km², gefolgt von Euböa mit 3.660 km².
Wie kommt man zu den Inseln?
Mit Fähren ab Piräus oder per Direktflug zu den größeren Zielen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai, Juni, September und Oktober. Im Hochsommer ist es heiß und voll.
Welche Insel ist die grünste?
Die Ionischen Inseln, allen voran Korfu. Sie bekommen im Winter deutlich mehr Regen als die Ägäis.
Sind viele griechische Inseln unbewohnt?
Ja, der weit überwiegende Teil. Von rund 3.000 Inseln sind nur 119 dauerhaft bewohnt.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

