Eine Pilzinfektion zeigt sich fast immer dort, wo der Erreger sitzt: an der Haut, an den Nägeln oder auf den Schleimhäuten. Typische Symptome sind Rötungen, Schuppung, Juckreiz und Verfärbungen, je nach Pilzart und betroffener Hautstelle. Infektionen der Haut sind dabei mit Abstand am häufigsten.
Ein diffuses Ganzkörpergefühl mit Müdigkeit und Blähungen gehört dagegen nicht zu den typischen Symptomen. Warum das trotzdem überall im Netz steht, klärt dieser Beitrag weiter unten.
Welche Pilze den Menschen befallen
Drei Gruppen sind medizinisch relevant, und sie verursachen unterschiedliche Beschwerden.
| Gruppe | Befällt vor allem | Typische Erkrankung |
|---|---|---|
| Dermatophyten (Fadenpilze) | Haut, Haare, Nägel | Fußpilz, Nagelpilz, Tinea corporis |
| Hefepilze (v. a. Candida) | feuchte Haut und Schleimhäute | Mundsoor, vaginale Candidose, Hautfalten |
| Schimmelpilze | selten Nägel, Atemwege | Nagelmykose, bei Abwehrschwäche Lungenbefall |
Dermatophyten stehen hinter den meisten Hautpilzinfektionen. Sie ernähren sich vom Keratin in Haut, Haaren und Nägeln und lieben ein feuchtes, warmes Klima. Zu den Hefepilzen zählen vor allem die Hefepilze der Gattung Candida, die feuchte Hautstellen und Schleimhäute besiedeln.
Die Ursachen sind bei allen Arten ähnlich: ein feuchtes Milieu, kleine Verletzungen der Hautbarriere und ein Immunsystem, das gerade anderweitig beschäftigt ist. Pilzinfektionen der Haut entstehen selten aus dem Nichts.
1. Fußpilz, die häufigste Form
Er beginnt fast immer in den Zehenzwischenräumen, besonders zwischen dem vierten und fünften Zeh.
Woran du ihn erkennst:
- Weißliche, aufgequollene Haut zwischen den Zehen
- Kleine Risse und nässende Stellen
- Juckreiz, manchmal Brennen
- Schuppung an der Fußsohle, die wie trockene Haut aussieht
Übertragen wird Fußpilz über den Boden in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen und Gemeinschaftsduschen. Die Sporen überleben in Hautschüppchen erstaunlich lange. Wer viel in geschlossenen Schuhen unterwegs ist, hat ein erhöhtes Risiko, weil die Füße darin feucht bleiben.
Unbehandelt kann sich der Pilz ausbreiten: erst auf den Fußrücken, dann auf die Nägel, schließlich über die Hände auf andere Körperstellen.
2. Nagelpilz, der hartnäckigste
Er folgt oft auf einen unbehandelten Fußpilz, der auf die Nägel übergreift.
Erste Anzeichen sind weißlich-gelbe oder bräunliche Verfärbungen am vorderen oder seitlichen Nagelrand. Im weiteren Verlauf verdickt sich die Nagelplatte, der Nagel wird brüchig oder krümelig und löst sich vom Nagelbett.
Nagelpilz verschwindet nicht von selbst. Die Therapie dauert Monate, weil der Nagel erst herauswachsen muss. In hartnäckigen Fällen kommen Tabletten dazu.
3. Hautpilz am Körper
Die Tinea corporis zeigt ein charakteristisches Bild: einen runden, geröteten Fleck, der außen stärker gerötet und schuppig ist und in der Mitte abblasst. Umgangssprachlich heißt das Ringelflechte.
Solche Formen von Hautpilz entstehen oft nach direktem Kontakt mit infizierten Tieren, besonders bei Kindern nach dem Streicheln von Katzen oder Meerschweinchen. Auch von Mensch zu Mensch wird der Erreger direkt übertragen.
Eine Sonderform ist die Kleienpilzflechte, medizinisch Pityriasis versicolor: hellere oder dunklere, fein schuppende Hautstellen an Rücken und Brust, die vor allem nach dem Sonnen auffallen. Sie entzündet sich nicht und juckt kaum.
Handpilz und andere seltenere Formen
Der Handpilz, medizinisch Tinea manuum, tritt meist einseitig auf und wird häufig mit trockener Haut verwechselt. Typisch ist eine fein schuppende Handinnenfläche mit betonten Handlinien. Fast immer besteht gleichzeitig ein Fußpilz, von dem der Erreger verschleppt wurde.
Weitere Formen, die seltener vorkommen:
- Tinea inguinalis in der Leiste, begünstigt durch enge Kleidung und Schwitzen
- Tinea barbae im Bartbereich, meist von Tieren übertragen
- Onychomykose der Fingernägel, seltener als an den Zehen
Bei all diesen Formen ist die Diagnose per Blick allein unsicher. Ekzeme und Schuppenflechte sehen ähnlich aus und brauchen eine völlig andere Behandlung, weshalb sich der Gang in die Praxis lohnt.

4. Mundsoor
Hier ist Candida am Werk. Auf Zunge und Mundschleimhaut bilden sich cremig weiße Flecken, die sich abwischen lassen und darunter eine gerötete, leicht blutende Stelle hinterlassen.
Betroffen sind vor allem Säuglinge, Ältere mit Zahnprothesen, Patienten nach einer Antibiotikatherapie und Anwender von Kortisonsprays gegen Asthma. Ausspülen des Mundes nach dem Inhalieren beugt vor.
5. Vaginale Candidose
Typisch sind ein weißlicher, krümeliger Ausfluss sowie Brennen, Juckreiz und Rötung. Die vaginale Candidose ist häufig und meist harmlos, sollte beim ersten Mal aber ärztlich abgeklärt werden, weil andere Infektionen ähnlich aussehen.
Begünstigend wirken Schwangerschaft, Diabetes, Antibiotika und eine gestörte Scheidenflora.
6. Hautfalten und Windelbereich
In Hautfalten unter den Brüsten, in der Leistenbeuge, unter dem Bauch und in den Achselhöhlen entsteht bei Wärme und Feuchtigkeit ein roter, oft fleckiger Ausschlag mit Rissen am Rand. Kleine Entzündungen an diesen feuchten Hautstellen sind typisch.
Bei Babys ist die Windeldermatitis mit Candidabefall der Klassiker: kräftig rote, scharf begrenzte Haut mit kleinen Satellitenflecken daneben.
7. Kopfpilz bei Kindern
Die Tinea capitis betrifft fast nur Kinder. Sie zeigt sich als schuppige, manchmal gerötete Stelle auf der Kopfhaut, an der die Haare abbrechen und eine kahle Fläche entsteht.
Hier reicht eine äußerliche Behandlung nicht. Der Kopfpilz braucht Tabletten, weil der Erreger im Haarschaft sitzt.

Wann eine Pilzinfektion gefährlich wird
Für Gesunde sind die genannten Formen unangenehm, aber ungefährlich. Anders sieht es bei geschwächtem Immunsystem aus.
Das MSD Manual beschreibt in seinem Beitrag zur Candidose, dass der Candidapilz bei manchen Menschen tiefere Gewebeschichten und das Blut befallen kann, wodurch eine lebensbedrohliche systemische Candidose entsteht. Betroffen sind in der Regel Personen mit stark geschwächter Abwehr.
Besonders gefährdet sind:
- Menschen unter Chemotherapie oder nach Organtransplantation
- Patienten auf Intensivstationen, vor allem mit Kathetern
- Menschen mit fortgeschrittener HIV-Infektion
- Personen mit schlecht eingestelltem Diabetes
Eine solche schwere Infektion der inneren Organe entsteht nicht schleichend beim gesunden Erwachsenen. Sie tritt in der Klinik auf und wird dort behandelt.
Wie ansteckend sind Hautpilze?
Hautpilze sind ansteckend, aber nicht so leicht übertragbar, wie viele befürchten. Es braucht drei Dinge: Kontakt mit dem Erreger, eine Eintrittsstelle in der Haut und ein feuchtes Milieu, in dem er sich halten kann.
Übertragen wird er direkt von Mensch zu Mensch, über infizierte Tiere oder indirekt über Handtücher, Socken, Duschmatten und Böden. Wer eine gesunde, trockene und intakte Haut hat, steckt sich seltener an.
In einem Haushalt sollten deshalb Handtücher nicht geteilt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, solange eine Pilzinfektion besteht.
Der Mythos vom „Pilz im ganzen Körper“
Im Netz kursiert die Vorstellung, eine Candida-Überwucherung im Darm verursache bei sonst gesunden Menschen Müdigkeit, Blähungen, Konzentrationsprobleme, Heißhunger und Hautprobleme. Dazu werden Fragebögen mit 50 Symptomen und teure Kuren angeboten.
Für dieses Krankheitsbild gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Candida gehört bei den meisten Menschen zur normalen Darmflora, ein Nachweis im Stuhl ist deshalb kein Befund. Wer sich dauerhaft erschöpft fühlt, sollte die Ursachen ärztlich abklären lassen, statt eine Anti-Pilz-Diät zu beginnen.
Wie sehr das Immunsystem den Verlauf von Infektionen beeinflusst, zeigt der Beitrag dazu, warum man nach dem Rauchstopp zunächst häufiger krank sein kann.
Wie eine Pilzinfektion behandelt wird
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt per Blick und Probe: Hautschuppen von der betroffenen Hautstelle oder ein Abstrich werden unter dem Mikroskop untersucht oder angelegt, um den Erreger zu bestimmen. Diese Diagnose ist wichtig, weil sich die Mittel je nach Pilzart unterscheiden.
Die Behandlung von Hautpilz erfolgt dann je nach Ort und Ausmaß:
| Befall | Behandlung |
|---|---|
| Haut, kleinflächig | antimykotische Cremes, Salben oder Sprays |
| Nägel | medizinischer Nagellack, bei stärkerem Befall Tabletten |
| Mundsoor | Gel oder Suspension zum Einnehmen |
| Kopfhaut | immer Tabletten |
| Großflächig oder wiederkehrend | systemische Antimykotika |
Der häufigste Fehler ist, die Behandlung zu früh abzubrechen. Sobald der Juckreiz weg ist, fühlt sich die Haut gesund an, der Erreger sitzt aber noch da. Antimykotika müssen deshalb in der Regel noch zwei bis drei Wochen über das Abklingen der Beschwerden hinaus angewendet werden. Wer das vermeiden will, notiert sich das Enddatum gleich zu Beginn.
Wann du zum Hautarzt solltest
- Die Beschwerden bessern sich nach zwei Wochen Selbstbehandlung nicht
- Die Stelle breitet sich aus oder nässt stark
- Nägel oder Kopfhaut sind betroffen
- Die Infektion kommt immer wieder
- Du hast Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem
- Das Kind hat eine kahle, schuppige Stelle am Kopf
So beugst du vor
- Füße nach dem Duschen gut abtrocknen, besonders zwischen den Zehen
- Atmungsaktive Schuhe und Socken aus Baumwolle oder Wolle, täglich wechseln
- Badeschuhe tragen, wo viele barfuß laufen
- Handtücher und Socken nicht teilen, möglichst heiß waschen
- Hautfalten trocken halten, nach dem Sport zügig umziehen
- Nach dem Kortisonspray den Mund ausspülen
- Barfuß laufen zu Hause, das hält die Haut trocken
Wie wichtig gut sitzende, luftige Schuhe für die Füße sind, beschreibt der Beitrag über die gesunde Fußentwicklung im Kindesalter. Und was nach einer Behandlung im Mundraum normal ist, steht im Beitrag darüber, ob man nach der professionellen Zahnreinigung krank werden kann.
*Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Bei unklaren Hautveränderungen wende dich an eine dermatologische Praxis.*
Häufige Fragen
Wie äußert sich ein Pilz im Körper?
Örtlich: an der Haut mit Rötung, Juckreiz und Schuppung, an den Nägeln mit Verfärbung und Verdickung, im Mund mit weißen Belägen.
Welche Pilzarten befallen den Menschen?
Fadenpilze, Hefepilze wie Candida und selten Schimmelpilze. Jede Gruppe bevorzugt andere Körperstellen.
Woran erkennt man Hautpilz?
An geröteten, schuppenden Stellen, oft rund mit betontem Rand und blasser Mitte, meist verbunden mit Juckreiz.
Woran erkennt man Nagelpilz?
An weißlich-gelben Verfärbungen am Nagelrand, später an verdickten, brüchigen oder krümeligen Nägeln.
Was ist Mundsoor?
Ein Befall der Mundschleimhaut mit Candida. Typisch sind abwischbare cremig weiße Flecken auf geröteter Schleimhaut.
Wann ist eine Pilzinfektion gefährlich?
Wenn die Abwehr stark geschwächt ist. Dann kann der Erreger ins Blut und in die inneren Organe gelangen. Bei gesunden Menschen ist das nicht zu erwarten.
Wie wird eine Pilzinfektion behandelt?
Meist äußerlich mit Cremes oder Salben, bei Nägeln und Kopfhaut mit Tabletten. Die Behandlung läuft über das Abklingen der Beschwerden hinaus weiter.
Wann sollte man zum Hautarzt?
Wenn sich nach zwei Wochen nichts bessert, die Stelle sich ausbreitet, Nägel oder Kopfhaut betroffen sind oder die Infektion wiederkehrt.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

