Die wichtigste Zahl steht nicht im Katalog: eine Höhe von 85 Zentimetern bis zur Oberkante des Waschbeckens. Das ist heute die übliche Montagehöhe des Waschbeckens im privaten Bereich, und diese Höhe passt für die meisten Erwachsenen deutlich besser als die alten 80 Zentimeter.
Ist die Höhe geklärt, bleiben nur noch Breite, Tiefe und die Abstände ringsum. Dieser Beitrag geht die Planung im Bad von oben nach unten durch.
Die optimale Höhe des Waschbeckens
Früher wurde auf einer Höhe von 80 Zentimetern montiert, damals waren die Menschen im Schnitt kleiner. Heute liegt die ideale Höhe im privaten Badezimmer bei 85 bis 90 Zentimetern.
| Wer nutzt das Bad? | Empfohlene Höhe (Oberkante) |
|---|---|
| Erwachsene, Regelfall | 85 cm |
| Große Personen ab 1,85 m | 90 bis 95 cm |
| Kleine Erwachsene unter 1,65 m | 80 bis 83 cm |
| Kinder | 60 bis 70 cm |
| Rollstuhlfahrer | Vorderkante höchstens 80 cm |
Eine Faustformel für die richtige Höhe: Ellenbogenhöhe minus etwa 15 Zentimeter. Stell dich aufrecht hin, winkle den Arm an, miss von der Bodenfläche bis zum Ellenbogen und zieh 15 cm ab. Das Ergebnis ist die Höhe, bei der du dich beim Waschen kaum bücken musst. Die Körpergröße ist dabei nur ein grober Anhaltspunkt, weil die Armlänge individuell unterschiedlich ausfällt.
Leben große und kleine Erwachsene im selben Haushalt, richtet sich die Montagehöhe des Waschbeckens nach der Person, die das Bad am häufigsten nutzt. Liegen die Körpergrößen weit auseinander, ist ein Kompromiss bei 85 cm meist genau richtig. Für Kinder hilft ein Tritthocker, bis sie hineinwachsen.
Aufsatzbecken berücksichtigen. Sitzt ein Aufsatzwaschbecken auf der Platte, kommt seine eigene Bauhöhe dazu. Die Badmöbel müssen dann niedriger montiert werden, sonst steht die Oberkante bei 95 cm und mehr. Rechne 10 bis 15 cm ab, bevor du planst.
Höhenverstellbares Waschbecken. Es gibt Modelle, die sich um 20 bis 30 cm fahren lassen. Sinnvoll sind solche Höhen vor allem dort, wo sehr unterschiedliche Bedürfnisse zusammenkommen oder Pflege absehbar ist. Sie kosten mehr und brauchen flexible Anschlussleitungen.
Was die Norm vorgibt
Für Wohnungen und öffentliche Gebäude gelten unterschiedliche Regelwerke. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit nennt DIN 18040-2 als anerkannte Regel der Technik für barrierefreie Wohnungen. Für öffentliche Gebäude gilt DIN 18040-1.
Die DIN legt für rollstuhlgerechte Bäder fest:
- Vorderkante höchstens 80 cm über dem fertigen Fußboden
- Beinfreiraum von 90 cm Breite und 55 cm Tiefe
- Bewegungsfläche von 150 mal 150 Zentimetern vor dem Waschplatz
- Spiegel direkt darüber, aus sitzender Position einsehbar
Ein Waschbecken für Rollstuhlfahrer ist deshalb flach gebaut, damit die Knie darunter passen und genügend Bewegungsfreiheit bleibt. Ein klassischer Unterschrank in 100 cm Breite ist dort nicht zulässig, weil er den Beinfreiraum zustellt.
Im privaten Badezimmer ohne Barrierefreiheit ist keine Höhe erforderlich, die eine Norm vorschreibt. Die DIN legt dort lediglich Koordinationsmaße nahe, an denen sich die Hersteller orientieren. Entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse im Haushalt. Auch die Höhe von Toilette und Badewanne folgt diesen Koordinationsmaßen, weshalb sich ein durchdachter Umbau am ganzen Raum orientieren sollte.

Breite, Tiefe und Abstände
Ein Waschtisch in 100 cm ist die gängigste Größe für mittlere und große Bäder. Zur Breite gehören zwei weitere Maße.
Die Tiefe. Üblich sind 45 bis 50 Zentimeter. Darunter wird der Stauraum knapp, darüber ragen die Badmöbel in den Raum. Wie tief das Waschbecken selbst ist, entscheidet zusätzlich über Spritzer: Ein flaches Becken mit weit vorne liegendem Auslauf spritzt stärker an die Wand.
Der seitliche Abstand. Zur Wand solltest du 20 Zentimeter frei lassen, besser 30. Sonst stößt du beim Waschen an, und die Silikonfuge an der Wand reißt schneller.
Der Platz davor. Rechne mit 90 Zentimetern Bewegungsfreiheit. Geht eine Tür in diesen Bereich auf, plane großzügiger.
| Maß | Empfehlung |
|---|---|
| Breite | 100 cm |
| Tiefe | 45 bis 50 cm |
| Abstand seitlich | 20 bis 30 cm |
| Freie Fläche davor | mindestens 90 cm |
| Höhe Oberkante | 85 cm |
Breite und Tiefe hängen zusammen: In einem schmalen Bad wirkt ein 100 cm breiter Waschtisch mit 50 cm Tiefe schnell wuchtig. Dort sind 60 bis 80 cm die bessere Wahl, notfalls ergänzt um einen schmalen Hochschrank.
Material und Bauart
Im Bad steht das Möbel dauerhaft in feuchter Luft. Drei Bauarten haben sich durchgesetzt:
- Beschichtete Platte. Günstig, in vielen Dekoren erhältlich, empfindlich an offenen Kanten. Achte auf sauber verschlossene Schnittkanten.
- Massivholz. Optisch hochwertig, braucht aber Pflege und gute Lüftung im Raum.
- Mineralwerkstoff oder Keramik als Platte. Robust gegen Wasser und Hitze, entsprechend teurer.
Wandhängend oder stehend ist mehr als Geschmack. Ein wandhängendes Waschbecken lässt die Bodenfläche frei, das erleichtert das Wischen und lässt den Raum größer wirken. Dafür muss die Wand tragfähig sein: In Leichtbauwänden ist ein Traggestell erforderlich.

Stauraum planen
Bei 100 cm hast du Platz für zwei Schubladen nebeneinander oder eine durchgehende breite Schublade plus Auszug.
- Schubladen statt Türen. Man sieht den Inhalt von oben, nichts verschwindet nach hinten.
- Siphonausschnitt. Der Geruchsverschluss frisst Volumen in der oberen Schublade. Gute Möbel haben dort einen U-förmigen Ausschnitt.
- Innenaufteilung. Trenner halten Kleinteile an ihrem Ort, sonst wird die Schublade zur Kiste.
- Soft-Close. Gedämpfte Auszüge halten im feuchten Raum länger als einfache Rollenführungen.
Wer die Möbel später einmal austauschen möchte, sollte auf Standardmaße achten. Sonderbreiten erschweren jede spätere Sanierung.
Was ein Waschtisch in 100 cm kostet
| Ausführung | Preisrahmen |
|---|---|
| Einfaches Set aus Becken und Möbel | 200 bis 400 Euro |
| Mittlere Qualität, Keramik, Soft-Close | 400 bis 900 Euro |
| Markenware, Mineralguss, Vollauszüge | ab 1.000 Euro |
Dazu kommt die Montage, sofern du sie nicht selbst übernimmst. Für Anschluss und Befestigung berechnen Betriebe meist zwei bis drei Arbeitsstunden.
Häufige Fragen
In welcher Höhe montiert man einen Waschtisch?
Regelfall sind 85 Zentimeter bis zur Oberkante. Große Personen montieren höher, bei Aufsatzbecken wird die Bauhöhe des Beckens abgezogen.
Welche Tiefe ist sinnvoll?
45 bis 50 Zentimeter. Weniger geht auf Kosten des Stauraums, mehr engt kleine Bäder ein.
Für welches Bad passt eine Breite von 100 cm?
Für mittlere und große Räume. In kleinen Bädern sind 60 bis 80 cm die bessere Wahl.
Welches Material hält am längsten?
Keramik und Mineralwerkstoff bei der Platte, bei den Möbeln beschichtete Platten mit sauber verschlossenen Kanten oder gepflegtes Massivholz.
Wie viel Platz braucht man ringsum?
20 bis 30 Zentimeter zur Wand und mindestens 90 Zentimeter freie Fläche davor.
Was gilt für rollstuhlgerechte Bäder?
Nach DIN 18040-2 höchstens 80 cm Vorderkante, darunter 90 cm Beinfreiraum in 55 cm Tiefe und genügend Bewegungsfläche davor.
Ist ein höhenverstellbares Waschbecken sinnvoll?
Bei sehr unterschiedlichen Körpergrößen oder absehbarer Pflege ja. Es kostet mehr und braucht flexible Anschlüsse.
Wie berechne ich die Fläche fürs Bad?
Über Länge mal Breite. Die Grundlagen stehen im Beitrag dazu, wie man Quadratmeter ausrechnet.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

