Einen Gartenteich anlegen heißt vor allem, zwei Dinge richtig zu entscheiden: den passenden Standort und die Größe des Teichs. Alles andere folgt daraus. Wer beides falsch wählt, kämpft jahrelang mit Algen oder mit einem Becken, das im Hochsommer halb leer steht.
Die gute Nachricht: Auch ein kleiner Teich funktioniert, wenn der Aufbau stimmt. Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Bau.
1. Den passenden Standort wählen
Fünf bis sechs Stunden Sonne am Tag sind ideal. Zu viel Sonne treibt die Algen, zu wenig Licht bremst die Pflanzen im Gartenteich.
Worauf du außerdem achten solltest:
- Abstand zu Laubbäumen. Fallendes Laub sinkt ab, verrottet und kippt das Wasser um.
- Keine Wurzeln im Untergrund. Sie wachsen später durch die Abdichtung.
- Eine ebene Stelle. Sonst steht der Wasserspiegel schief, und das sieht man sofort.
- Blick vom Sitzplatz. Ein Teich im Garten, den niemand sieht, wird auch nicht gepflegt.
Willst du Fische halten, brauchst du mehr Wassertiefe und eine Teichpumpe. Ein naturnaher Gartenteich ohne Besatz kommt ganz ohne Technik aus.
2. Die Größe des Teichs und die Form festlegen
Größe und Lage bestimmen, wie stabil das Wasser bleibt. Je größer das Volumen, desto träger reagiert es auf Hitze und Kälte.
| Art des Teiches | Fläche | Wassertiefe an der tiefsten Stelle |
|---|---|---|
| Becken für Amphibien | ab 2 m² | 60 bis 80 cm |
| Naturnaher Gartenteich | 6 bis 15 m² | rund 1 m |
| Großer Gartenteich mit Besatz | ab 15 m² | mindestens 1 Meter tief, besser 1,20 m |
Sollen Fische darin leben, muss das Wasser an der tiefsten Stelle frostfrei bleiben. Frösche, Molche und Kröten brauchen das nicht, für sie zählt möglichst warmes Flachwasser.
Plane den Aufbau in drei Zonen: eine seichte Uferzone bis 20 cm, eine Sumpfzone bis 40 cm, dann die Tiefzone. Diese Abstufung ist der wichtigste Arbeitsgang überhaupt, denn an ihr hängt später das ökologische Gleichgewicht. Später lässt sie sich kaum noch ändern, weshalb du hier besonders sorgfältig arbeiten solltest.

3. Ausheben und die Teichfolie verlegen
Einen Folienteich anlegen geht in vier Arbeitsgängen:
- Umriss abstecken. Mit Sand oder einem Seil die Form auf den Rasen legen und in Ruhe betrachten.
- Zonen ausheben. Von außen nach innen, die Stufen breit genug für Pflanzkörbe.
- Untergrund vorbereiten. Steine und Wurzeln entfernen, dann Sand und Schutzvlies einbringen.
- Folie einlegen. Faltenweise andrücken, Ränder großzügig überstehen lassen und erst nach dem Befüllen zuschneiden.
Ein Fertigteich aus Kunststoff ist schneller eingebaut, dafür in den Maßen festgelegt. Teichfolie ist flexibler und bei größeren Flächen günstiger. Beides ist im Fachhandel in vielen Varianten erhältlich.
Zum Befüllen eignet sich Regenwasser besser als Leitungswasser, weil es weniger Nährstoffe enthält. Lass dem Teich danach zwei Wochen Zeit, bevor du bepflanzt.
4. Den Gartenteich bepflanzen
Setze ausschließlich heimische Wasserpflanzen. Sie kommen mit dem Klima zurecht und bieten Insekten geeigneten Lebensraum.
- Uferzone: Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Bachbunge
- Sumpfzone: Igelkolben, Schwanenblume, Wasserminze
- Tiefzone: Seerose, dazu Unterwasserpflanzen wie Tausendblatt oder Hornkraut
Sparsam solltest du bei der Bepflanzung sein. Zwei bis drei Pflanzen pro Quadratmeter reichen, der Rest wächst von allein. Unterwasserpflanzen sind die wirksamste Bremse gegen Veralgung, weil sie den Nährstoffen die Grundlage entziehen. Wuchernde Arten wie Rohrkolben solltest du dagegen möglichst meiden, sie breiten sich stark aus.

5. Tiere kommen von allein
Frösche, Molche und Kröten finden von selbst, was ihnen passt. Aussetzen ist weder nötig noch erlaubt, denn Amphibien stehen unter Schutz der Natur.
Der NABU weist darauf hin, dass seichte, fischfreie und sonnige Gewässer den größten Nutzen bringen: Kaulquappen brauchen warmes Wasser in geringer Tiefe, und in tiefen Zonen überwintern ihre Fressfeinde.
Daraus folgt die wichtigste Regel für alle, die Amphibien im Garten wollen: Besatz und Kaulquappen passen nicht zusammen. Fische fressen Laich und Kaulquappen weg. Wer Molche und Kröten beobachten möchte, verzichtet darauf.
Hilfreich sind stattdessen ein sanft auslaufendes Ufer als Ausstieg, ein paar Steine und Totholz am Rand sowie ausreichend Platz zwischen Wasser und Rasenkante. Diese Struktur am Rand ist für viele Tiere wichtiger als die Tiefe in der Mitte.
Pflege übers Jahr
- Frühjahr: Abgestorbene Pflanzenteile entfernen, Technik prüfen. Während der Laichzeit solltest du nicht im Wasser arbeiten.
- Sommer: Wasserstand kontrollieren, mit Regenwasser nachfüllen, Fadenalgen herausdrehen.
- Herbst: Laubnetz spannen, bevor die Blätter fallen.
- Winter: Den Teich winterfest machen, Pumpen und Filter ausbauen, eine eisfreie Stelle offen halten.
Ein Gartenteich braucht die ersten zwei Jahre Geduld. Danach stellt sich das Gleichgewicht ein, und der Aufwand sinkt deutlich. Zu beachten ist nur, dass jeder Eingriff das System kurz aus der Balance bringt.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, einen Gartenteich anzulegen?
Frühjahr bis Frühsommer. Dann wachsen die Pflanzen sofort an und das Wasser stabilisiert sich vor dem Winter.
Wie tief muss ein Teich sein?
Für Amphibien reichen 60 bis 80 cm. Sollen Fische darin leben, ist ein Meter Wassertiefe das Minimum.
Teichfolie oder Fertigteich?
Folie ist flexibler und bei großen Flächen günstiger, ein Fertigteich schneller eingebaut, aber in den Maßen festgelegt.
Welche Pflanzen gehören hinein?
Heimische Arten in allen drei Zonen, dazu Unterwasserpflanzen gegen Veralgung.
Braucht ein Gartenteich eine Genehmigung?
Für kleine Anlagen in der Regel nicht. Ab bestimmten Tiefen und Volumen gelten je nach Bundesland Vorgaben, und viele Gemeinden verlangen eine Absicherung, wenn Kinder Zugang haben.
Was kostet es, einen Teich anzulegen?
Bei Eigenleistung je nach Größe 300 bis 1.500 Euro für Folie, Vlies, Substrat und Pflanzen. Ein einfaches Becken ist deutlich günstiger.
Wie berechne ich die Fläche für Folie und Vlies?
Über Länge, Breite und Tiefe. Die Grundlagen stehen im Beitrag dazu, wie man Quadratmeter ausrechnet.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*


