Zwei Dinge musst du klären, bevor die erste Schnur ins Wasser geht: einen gültigen Fischereischein und einen Erlaubnisschein für das jeweilige Gewässer. Ohne beides ist Angeln in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt. Wenn du mit dem Angeln anfangen möchtest, führt daran kein Weg vorbei.
Ist das erledigt, geht es um die richtige Ausrüstung und die richtigen Köder. Beides lässt sich für unter 150 Euro erwerben, wenn du nicht auf das teuerste Material setzt. Die folgenden Tipps für Anfänger decken beides ab.
Der Weg zum Fischereischein
Die Regeln sind Ländersache und unterscheiden sich im Detail. Bayern steht hier stellvertretend, weil das Verfahren dort besonders klar geregelt ist. Informationen zu deinem Bundesland bekommst du bei der zuständigen Behörde.
Der Ablauf in Bayern:
- Vorbereitungslehrgang besuchen. Vorgeschrieben sind mindestens 30 Stunden zu je 60 Minuten. Angeboten werden die Kurse von Vereinen und privaten Anbietern.
- Sieben Sachgebiete lernen: Fischkunde, Gewässerkunde, Fischhege, Gerätekunde, Rechtsvorschriften sowie zwei praktische Teile zum Umgang mit Gerät und gefangenem Fisch.
- Staatliche Fischerprüfung ablegen. In Bayern erfolgt die Fischerprüfung digital am Rechner. Zugelassen sind nur Personen mit Hauptwohnsitz im Freistaat.
- Fischereischein beantragen. Mit dem Zeugnis über die bestandene Fischerprüfung und einem Lichtbild bei der Gemeinde. Wer die Fischereiprüfung bestanden hat, erhält den Schein dort ohne weitere Auflagen.
- Fischereiabgabe entrichten. Sie wird für fünf Jahre oder auf Lebenszeit entrichtet, die Bezahlung erfolgt bei der Gemeinde.
Das Bayerische Staatsministerium informiert über die Angelfischerei und darüber, welche außerhalb Bayerns abgelegten Prüfungen anerkannt werden.
Wichtig für Umzügler: Ein in einem anderen Bundesland ausgestellter Fischereischein wird nicht automatisch überall anerkannt. Personen, die länger als ein Jahr in einem neuen Bundesland wohnen, sollten sich dort erkundigen. Grundsätzlich werden bestandene Prüfungen aus anderen Ländern aber meist anerkannt.
Zu den Kosten: Der Lehrgang kostet meist 150 bis 250 Euro, dazu kommen Prüfungsgebühr, Schein und Abgabe. Insgesamt liegst du bei rund 300 Euro, den eigenen Schein auf Lebenszeit eingerechnet.
Der Erlaubnisschein
Ein gültiger Fischereischein allein reicht nicht. Er ist nur der Nachweis der notwendigen Kenntnisse. Für die Ausübung des Fischfangs benötigt man zusätzlich die Erlaubnis des Gewässerbesitzers, meist als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte.
Diese Karten gibt es beim Verein, im Angelgeschäft oder online. Lies die Gewässerordnung, bevor du das erste Mal angeln gehst: Sie regelt Schonzeiten, Mindestmaße, erlaubte Köder und die Zahl der Ruten. Wichtig ist außerdem, beide Papiere immer dabeizuhaben.

Die richtige Ausrüstung für Einsteiger
Fang nicht mit Spezialgerät an. Eine Allround-Kombination deckt fast alles ab, was du zum Angeln lernen brauchst.
| Teil | Empfehlung für den Einstieg |
|---|---|
| Angelrute | 2,70 bis 3,30 m, Wurfgewicht 20 bis 60 g |
| Rolle | Stationärrolle Größe 3000 bis 4000 |
| Schnur | monofil, 0,25 bis 0,30 mm |
| Haken | Größe 8 bis 12 |
| Posen | 3 bis 8 g, mehrere Größen |
| Zubehör | Kescher, Hakenlöser, Maßband, Eimer |
Die Wahl der Rute richtet sich nach dem Wasser vor Ort. An kleinen Seen ist eine leichte Rute angenehmer, an großen Flüssen brauchst du Wurfweite. Diese Wahl triffst du am besten nach deinen persönlichen Vorlieben.
Rolle und Schnur bilden eine Einheit. Fülle die Spule bis zwei Millimeter unter den Rand, dann läuft alles sauber ab. Monofile Ware verzeiht Fehler besser als geflochtene und ist für den Einstieg die bessere Wahl.
Ein Rat von erfahrenen Anglern: Kaufe lieber eine solide Kombination im mittleren Preisbereich als ein Billigset. Die Unterschiede merkst du bereits beim ersten Drill.
Köder: womit Anfänger fangen
Bei den Ködern gilt dasselbe wie beim Gerät: Anfangen mit dem, was zuverlässig funktioniert.
- Tauwurm. Der Klassiker, fängt fast alles von Brasse bis Aal.
- Made. Ideal für Weißfisch, günstig und leicht zu bekommen.
- Mais. Aus der Dose, fängt Karpfen und Brassen, hält gut am Haken.
- Brot. Kostet nichts und funktioniert an der Oberfläche erstaunlich gut.
- Kunstköder. Kleine Spinner und Blinker für Barsch und Forelle, wenn du in Bewegung bleiben willst.
Die Wahl des Köders hängt vom Zielfisch ab. Für den Anfang sind Rotauge, Brasse, Barsch und Karpfen die dankbarsten Arten: Sie kommen fast überall vor und beißen zuverlässig. Wer erfolgreich angeln möchte, beginnt mit ihnen.
Halte die Schnur beim Ansitz leicht gespannt und beobachte die Pose genau. Ein Biss zeigt sich oft nur als kurzes Zittern, bevor sie untergeht. Das zu erkennen, ist Übungssache.

Tipps für die ersten Ansitze
Fünf Dinge, die den Unterschied zwischen Frust und Erfolg machen:
- Früh oder spät ans Wasser. Die Zeit vor Sonnenaufgang und die letzte Stunde vor der Dämmerung sind die besten.
- Leise sein. Fische spüren Erschütterungen am Ufer deutlich, bevor sie dich sehen.
- Eine Stelle länger befischen. Ständiges Umsetzen kostet mehr, als es bringt.
- Wetter beachten. Konstanter Luftdruck und bedeckter Himmel sind meist besser als knallende Sonne.
- Mit jemandem losziehen, der Erfahrung hat. Ein einziger Nachmittag mit einem erfahrenen Angler bringt mehr Wissen als drei Bücher. So lernst du schneller, was wirklich wichtig ist.
Vereine sind dafür der beste Weg. Sie bieten neben eigenen Strecken auch Menschen, die ihr Wissen gern weitergeben. Neuen Mitgliedern steht diese Möglichkeit fast überall offen.
Den Fang richtig behandeln
Das gehört zur Ausübung des Fischfangs dazu und wird in der Fischerprüfung abgefragt.
- Hände nass machen, bevor du einen Fisch anfasst. Trockene Hände zerstören die Schleimhaut.
- Kescher benutzen, statt den Fisch an der Schnur hochzuheben.
- Maß nehmen. Untermaßige Fische und solche in der Schonzeit gehen zurück ins Wasser, vorsichtig und schnell.
- Fachgerecht töten, wenn du den Fisch mitnimmst: betäuben und anschließend den Kiemenschnitt setzen.
- Fang eintragen, sofern ein Fangbuch verlangt wird. In manchen Regionen erfolgt das inzwischen digital.
Wer einen Fisch kurz aus dem Wasser nimmt, setzt ihn behutsam zurück. Das ist kein Nebenaspekt, sondern Teil der Verantwortung, die mit dem gültigen Schein kommt.
Häufige Fragen
Was braucht man als Anfänger zum Angeln?
Einen gültigen Fischereischein, einen Erlaubnisschein und eine Allround-Kombination aus Rute, Rolle und Schnur.
Wie bekommt man den Fischereischein?
Über einen Vorbereitungslehrgang und die staatliche Fischerprüfung. Danach beantragst du ihn bei der Gemeinde und entrichtest die Fischereiabgabe.
Wie lange dauert das?
Der Lehrgang umfasst mindestens 30 Stunden. Mit Terminen und Prüfung solltest du einige Wochen einplanen.
Welche Angelrute ist die richtige?
Für den Einstieg eine Allround-Rute von 2,70 bis 3,30 Metern mit 20 bis 60 Gramm Wurfgewicht.
Welcher Köder eignet sich für Einsteiger?
Tauwurm, Made und Mais. Sie fangen zuverlässig und sind überall zu bekommen.
Darf man ohne Schein angeln?
Grundsätzlich nicht. Ausnahmen gibt es in einzelnen Ländern und an manchen kommerziellen Anlagen.
Welche Fische fängt man als Anfänger am leichtesten?
Rotauge, Brasse, Barsch und Karpfen. Sie kommen häufig vor und beißen zuverlässig.
Was sollte man am Wasser sonst beachten?
Rücksicht auf Tiere und Ufer. Welche Arten am Wasser leben, zeigt der Beitrag zum Gartenteich anlegen.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

