Die kurze Antwort: Tauben brüten 17 bis 19 Tage. Danach schlüpfen die Küken, die weitere drei bis vier Wochen im Nest verbringen. Gelegt werden fast immer genau zwei Eier je Gelege.
Auffällig ist nicht die Brutdauer, sondern die Häufigkeit. Straßentauben legen mehrmals im Jahr ein Gelege an, unter guten Bedingungen bis zu sechsmal. Damit gehören sie zu den Vogelarten, die sich am schnellsten vermehren.
Brutzeit und Brutverhalten im Überblick
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Brutdauer | 17 bis 19 Tage |
| Eier pro Brut | in der Regel zwei |
| Bruten pro Jahr | vier bis sechs |
| Nestlingszeit | 25 bis 30 Tage |
| Brutzeit | März bis Oktober, in Städten oft länger |
Die eigentliche Brutzeit reicht von März bis Oktober. An Gebäuden in der Stadt geht das Brutgeschäft bis in den Winter hinein, weil Wärme und Nahrung dort in allen Monaten verfügbar sind.
Ein Hinweis zur Zählweise: Das Weibchen legt oft schon neue Eier, während die Küken der vorherigen Brut noch im Nest sitzen. Diese sogenannten Schachtelbruten erklären, wie vier bis sechs Gelege im Jahr zustande kommen. In solchen Fällen überschneiden sich zwei Generationen.
Männchen und Weibchen wechseln sich ab
Beim Brutverhalten der Tauben beteiligen sich beide Partner. Diese Aufteilung gilt bei den meisten Taubenarten:
- Das Männchen übernimmt den Tag, meist von den Vormittagsstunden bis zum späten Nachmittag.
- Das Weibchen sitzt abends, nachts und am frühen Morgen auf dem Gelege.
Diese feste Schichtfolge bleibt über die gesamte Brutzeit erhalten. Verlassen beide Partner das Nest gleichzeitig, kühlt das Gelege aus. Deshalb gelten die Ablösezeiten als erstaunlich zuverlässig, und ein Partner verlässt den Ort erst, wenn der andere da ist.
Nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern mit Kropfmilch, einem nährstoffreichen Sekret aus der Kropfschleimhaut. Dieses Merkmal teilen alle Taubenarten, und es macht sie unabhängig vom Insektenangebot. Andere Vögel könnten in diesen Monaten gar nicht erfolgreich Junge aufziehen.

Woher die Stadttauben stammen
Die Straßentaube ist keine eigene Art. Sie stammt ursprünglich von der Felsentaube (Columba livia) ab, wie der NABU im Vogelporträt festhält, und brütet mehrfach im Jahr.
Verwilderte Haustauben, also entflogene oder ausgesetzte Zuchttauben, mischen sich seit Jahrhunderten unter diese Bestände. Es handelt sich also um domestizierte Vögel, die zurück in die Freiheit gelangten. Deshalb sind Stadttauben in Farbe und Form so unterschiedlich.
Das erklärt auch das Verhalten an Gebäuden: Ihre Vorfahren nisteten auf Klippen und in Felsnischen. Fenstersimse, Balkone und Dachvorsprünge sind für sie nichts anderes. Menschen haben diesen Vögeln damit unbeabsichtigt ideale Nistplätze gebaut.
Anders als viele annehmen, leben Tauben in fester Partnerschaft. Ein Paar hält in der Regel ein ganzes Leben zusammen und kehrt über Jahre an denselben Ort zurück.
Auch das Schimpfwort von den „Ratten der Lüfte“ wird diesen Vögeln nicht gerecht. Untersuchungen zeigen, dass Stadttauben nicht mehr Krankheiten übertragen als andere Wildvögel. Das eigentliche Problem entsteht dort, wo Menschen sie füttern und die Bestände über das natürliche Maß hinaus wachsen.

Taubennest auf dem Balkon: was gilt
Hier hilft nur Geduld. Haben die Vögel mit dem Brüten begonnen, ist das Nest geschützt: Nach dem Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen oder Leiden zufügen. Ein Gelege oder Jungtiere zu entfernen, fällt darunter. Es gelten also keine Hausrechte, sondern Tierschutzrecht.
Praktisch heißt das:
- Vor der Eiablage darfst du Nistversuche stören und das Material entfernen.
- Während der Brut bleibt alles stehen, bis die Küken ausgeflogen sind. Das dauert rund sechs bis sieben Wochen.
- Nach dem Ausfliegen alles gründlich entfernen und die Stelle unzugänglich machen.
Wirksame Maßnahmen an Gebäuden sind engmaschige Netze, Abdeckungen von Nischen und das Entfernen von Futterquellen. Spikes helfen nur bedingt, weil die Vögel darauf bereits nach kurzer Zeit trotzdem Nester anlegen.
Das Füttern durch Menschen verschärft das Problem: Je reichlicher das Futterangebot, desto mehr Gelege. In vielen Kommunen ist es deshalb untersagt. Wirksamer sind betreute Taubenschläge, in denen Eier gegen Attrappen getauscht werden.
Andere Taubenarten in Deutschland
| Art | Brutdauer | Besonderheit |
|---|---|---|
| Straßentaube | 17 bis 19 Tage | nistet fast ganzjährig |
| Ringeltaube | 16 bis 17 Tage | größte heimische Art, in Parks und Gärten |
| Türkentaube | 14 bis 16 Tage | seit den 1940ern in Deutschland |
| Turteltaube | 13 bis 15 Tage | Zugvogel, stark gefährdet |
Die Ringeltaube ist inzwischen auch mitten in der Stadt anzutreffen und nistet in Parks und Gärten. Die Turteltaube dagegen ist die heimische Art, deren Bestand am stärksten eingebrochen ist. Als Quelle für aktuelle Bestandszahlen dienen die Erhebungen der Naturschutzverbände.
Häufige Fragen
Wie lange brüten Tauben ihre Eier aus?
17 bis 19 Tage. Danach verbringen die Küken noch 25 bis 30 Tage im Nest.
Wie viele Eier legt eine Taube?
In der Regel zwei pro Brut, seltener nur eines.
Wie oft im Jahr legen Tauben ein Gelege an?
Vier- bis sechsmal, bei reichlichem Futterangebot auch öfter.
Wann ist die Brutzeit?
März bis Oktober. An warmen Gebäuden geht es teils das ganze Jahr weiter.
Wechseln sich Männchen und Weibchen ab?
Ja. Das Männchen übernimmt tagsüber, das Weibchen abends, nachts und morgens.
Darf man ein Taubennest entfernen?
Vor der Eiablage ja. Sobald Eier oder Junge da sind, muss es bleiben, bis die Jungen ausgeflogen sind.
Womit füttern Tauben ihren Nachwuchs?
Mit Kropfmilch, einem Sekret aus der Kropfschleimhaut. Beide Elterntiere bilden sie.
Wie alt werden heimische Vögel eigentlich?
Sehr unterschiedlich. Für die Amsel stehen die Zahlen im Beitrag dazu, wie alt Amseln werden.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

