Die Antwort in einem Satz: erst die Feststellbremse anziehen, dann den Wählhebel auf P stellen. Diese Reihenfolge ist der ganze Unterschied zwischen einem Auto, das sicher steht, und einem Auto, das mit dem gesamten Fahrzeuggewicht auf einer kleinen Sperrklinke im Getriebe lastet.
Wer ein Automatikfahrzeug parkt, verlässt sich meistens allein auf die Stellung P. Das funktioniert jahrelang und ist trotzdem die falsche Gewohnheit. Dieser Beitrag zeigt, warum, wie du ein Auto mit automatischer Kraftübertragung gegen Wegrollen sichern solltest und welche zusätzliche Sicherung bei starkem Gefälle sinnvoll ist.
Was in der Stellung P tatsächlich passiert
Die Parksperre ist eine Klinke, die in ein gezahntes Rad an der Getriebeausgangswelle greift. Sie blockiert den Antriebsstrang mechanisch. Mit den Bremsen hat sie nichts zu tun, und gegen Wegrollen sichern kann sie nur, solange dieses eine Bauteil hält.
Zwei Dinge folgen daraus:
- Die Last liegt auf einem einzigen Teil. Steht das Auto am Berg, drückt das gesamte Fahrzeuggewicht über den Antriebsstrang auf diese Klinke. Sie hält das aus, aber sie ist dafür nicht gedacht.
- Das Fahrzeug bewegt sich trotzdem ein Stück. Zwischen Klinke und Zahn ist Spiel. Bei Gefälle rollt der Wagen erst ein paar Zentimeter, bevor er stehen bleibt, und schlägt dann hörbar ein.
Genau dieses Einschlagen kennen viele Fahrer vom Parken am Hang. Es ist kein Defekt, aber es zeigt, dass die Parksperre gerade allein arbeitet. Wer den Wählhebel danach wieder aus P herausnimmt, muss gegen diese Verspannung ziehen. Das führt auf Dauer zu Verschleiß im Automatikgetriebe.
Die richtige Reihenfolge
Fünf Schritte, in dieser Folge:
- Fahrzeug mit der Betriebsbremse zum Stehen bringen. Den Fuß auf dem Pedal lassen.
- Feststellbremse anziehen, solange der Wählhebel noch auf D oder N steht.
- Fuß langsam von der Bremse nehmen und prüfen, ob das Auto wirklich steht.
- Erst jetzt den Wählhebel auf P stellen.
- Motor abstellen, Schlüssel abziehen, Fahrzeug gegen unbefugte Benutzung sichern.
Der entscheidende Punkt ist Schritt 3. Wird das Auto bereits von der Handbremse gehalten, bevor P einrastet, übernimmt sie die Last. Die Parksperre wird damit zur zweiten Sicherung gegen Wegrollen und nicht zum tragenden Element.
Beim Losfahren läuft es umgekehrt: Fuß auf die Bremse, Motor starten, Wählhebel auf D, dann erst die Handbremse lösen.

Was die StVO verlangt
Die Rechtsgrundlage steht in § 14 StVO, überschrieben mit den Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen. Wer sein Fahrzeug verlässt, muss danach die nötigen Maßnahmen treffen, um Unfälle oder Verkehrsstörungen zu vermeiden.
Diese Formulierung nennt bewusst keine Technik. Sie schreibt weder Handbremse noch Unterlegkeile vor, sondern verlangt das Ergebnis: Das Fahrzeug darf sich nicht selbstständig in Bewegung setzen. Welche Maßnahmen dafür nötig sind, richtet sich nach der Lage. Auf ebener Fläche genügt weniger als an einer steilen Rampe.
Die Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen gelten für jedes Kraftfahrzeug im Verkehr, unabhängig von der Bauart des Getriebes. Zusätzlich verlangt derselbe Paragraf, dass Kraftfahrzeuge gegen unbefugte Benutzung zu sichern sind.
Wichtig für die Haftung: Rollt ein geparktes Auto weg und beschädigt etwas, haftet der Fahrer. Er hat dann eben nicht die nötigen Maßnahmen getroffen, um Unfälle oder Verkehrsstörungen zu vermeiden. Der Fall greift auch, wenn technisch alles in Ordnung war und nur die Handbremse zu schwach angezogen wurde.
Warum die Stellung N beim Parken tabu ist
In N ist der Antriebsstrang vollständig getrennt. Das Fahrzeug steht dann ausschließlich auf der Feststellbremse. Lässt deren Wirkung nach, etwa weil die Seile gelängt sind oder die Beläge nass gefrieren, hält gar nichts mehr und das Wegrollen beginnt unbemerkt.
N ist für kurze Momente gedacht, in denen das Fahrzeug bewegt werden soll, etwa in der Waschanlage oder beim Abschleppen. Zum Parken gehört immer P.
Umgekehrt gilt: P niemals einlegen, solange das Auto noch rollt. Die Klinke greift dann in ein drehendes Zahnrad. Moderne Autos verhindern das elektronisch, ältere Automatikgetriebe nehmen dabei leicht Schaden.
Ein häufiger Irrtum betrifft den Schaltwagen: Dort ersetzt ein eingelegter Gang die Parksperre. Ist der erste Gang eingelegt, blockiert der Motor die Räder. Bei automatischer Kraftübertragung gibt es diesen Effekt nicht, weil der Wandler keine feste Verbindung herstellt.
Am Gefälle: die zusätzliche Sicherung
Bei starkem Gefälle reichen Feststellbremse und Parksperre nicht immer aus. Drei Maßnahmen kommen dazu, um das Fahrzeug gegen Wegrollen zu sichern:
- Räder einschlagen. Bergab zum Bordstein hin, bergauf vom Bordstein weg. Rollt der Wagen an, läuft ein Vorderrad gegen die Kante und stoppt von selbst.
- Unterlegkeile verwenden. Bei schweren Fahrzeugen, langen Standzeiten oder besonders steilen Rampen gehören Unterlegkeile unter die talwärts liegenden Räder. Die Sicherung mit Unterlegkeilen ist bei Wohnmobilen und Transportern üblich, und Fachleute empfehlen sie auch für den Pkw am starken Gefälle.
- Gegen den Bordstein stellen. Wo kein Keil zur Hand ist, ersetzt eine hohe Bordsteinkante ihn zum Teil.
Nach dem Aussteigen lohnt der Blick zurück. Ein Auto, das sich noch setzt, tut das in den ersten Sekunden.
Anhänger gesondert sichern. Ein abgestellter Anhänger hat eine eigene Bremse und braucht zusätzlich Keile. Rollt ein Anhänger weg, weil nur die Zugmaschine gesichert war, liegt derselbe Verstoß vor. Besonders bei beladenen Anhängern ist das Wegrollen folgenreich.

Elektrische Feststellbremse: was sich ändert
Viele neue Fahrzeuge haben statt des Handbremshebels eine elektrische Parkbremse, bedient über einen Schalter. Funktional ändert das nichts, im Ablauf schon.
| Bauart | Beim Parken | Beim Losfahren |
|---|---|---|
| Klassische Handbremse | Hebel ziehen, dann P | Hebel lösen, nachdem D eingelegt ist |
| Elektrische Parkbremse | Schalter ziehen, dann P | Löst beim Anfahren meist automatisch |
| Auto-Hold | Hält im Stand, ersetzt aber keine Parksperre | Löst beim Gasgeben |
Bei vielen Modellen wird die elektrische Parkbremse beim Abstellen des Motors automatisch aktiviert. Das ist bequem, entbindet aber nicht vom Blick auf die Kontrollleuchte. Verlässt du dich auf die Automatik und sie greift nicht, steht das Auto wieder nur auf der Parksperre.
Auto-Hold ist eine Komfortfunktion für den Stand an der Ampel. Zum Parken taugt sie nicht, weil sie beim Verlassen des Fahrzeugs deaktiviert wird.
Häufige Fehler
- Nur P einlegen. Die verbreitetste Gewohnheit und der Grund, warum das Getriebe am Berg verspannt.
- Erst P, dann die Handbremse. Genau umgekehrt ist es richtig, sonst bleibt die Last auf der Klinke.
- Zu zaghaft anziehen. Eine mechanische Handbremse braucht einen kräftigen Zug, nicht zwei Rasten.
- Regelmäßige Nutzung vergessen. Wer die Feststellbremse nie benutzt, bekommt festsitzende Seile und nachlassende Wirkung.
- Bei Gefälle die Räder gerade lassen. Der Bordstein ist eine kostenlose zweite Sicherung.
Wichtig ist am Ende nur ein kurzer Check: Fuß von der Bremse, es bewegt sich nichts. Diese drei Sekunden ersetzen jede Diskussion über Schuld und Haftung.
Häufige Fragen
Wie sichert man einen Pkw mit automatischer Kraftübertragung gegen Wegrollen?
Zuerst die Feststellbremse anziehen, prüfen, ob das Auto hält, dann den Wählhebel auf P stellen und den Motor abstellen.
Reicht die Stellung P allein aus?
Technisch hält sie, mechanisch ist sie dafür nicht gedacht. Ohne Handbremse liegt das gesamte Fahrzeuggewicht auf einer kleinen Sperrklinke.
Warum darf man beim Parken nicht N einlegen?
In N ist der Antriebsstrang getrennt. Das Auto steht dann nur auf einer Bremse, ohne jede zweite Sicherung gegen Wegrollen.
Wie parkt man ein Automatikfahrzeug am Berg?
Feststellbremse, P, Räder zum Bordstein einschlagen. Bei starkem Gefälle oder schweren Fahrzeugen zusätzlich Unterlegkeile.
Was schreibt die StVO vor?
§ 14 StVO verlangt, beim Verlassen des Fahrzeugs die nötigen Maßnahmen zu treffen, um Unfälle oder Verkehrsstörungen zu vermeiden, und das Auto gegen unbefugte Benutzung zu sichern.
Was passiert, wenn das Auto trotzdem wegrollt?
Der Fahrer haftet für den Schaden. Ein technischer Defekt entlastet ihn nur, wenn er ihn nicht kennen konnte.
Worauf sollte ich beim Fahren sonst achten?
Auf Verschleiß, der sich schleichend aufbaut. Wie sich das eindämmen lässt, steht im Beitrag dazu, wie Sie den Reifenverschleiß gering halten.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

