Ein Wärmepumpentrockner ist ein Wäschetrockner, der die Wärme zum Trocknen nicht ständig neu erzeugt, sondern im Kreislauf wiederverwendet. Genau daraus ergibt sich sein größter Vorteil: Er verbraucht deutlich weniger Strom als jeder klassische Kondenstrockner.
Laut Umweltbundesamt verbraucht ein moderner Wärmepumpentrockner 73 bis 97 Kilowattstunden pro 100 Trockengänge. Ältere Trockner ohne Wärmepumpe liegen bei etwa 340 kWh, also beim Vierfachen.
Wie ein Wärmepumpentrockner funktioniert
Das Prinzip ist ein geschlossener Kreislauf in vier Schritten:
- Erwärmen. Die warme Seite der Wärmepumpe erwärmt die Luft, die in die Trommel strömt.
- Aufnehmen. Die warme Luft nimmt in der Trommel die Feuchtigkeit aus der Wäsche auf.
- Abkühlen. Die kalte Seite kühlt die feuchte Luft knapp unter den Taupunkt ab. Der Wasserdampf kondensiert und wird in den Behälter gepumpt.
- Zurückführen. Die entfeuchtete Luft wird erneut erwärmt und geht zurück in die Trommel.
Der entscheidende Unterschied zum Kondenstrockner liegt im vierten Schritt. Beim klassischen Kondenstrockner kühlt ein Kondensator die Luft mit Raumluft ab, und die frei werdende Energie geht verloren. Ein Wärmepumpentrockner gewinnt sie zurück und verbraucht deshalb weniger.
Wärmepumpentrockner oder Kondenstrockner?
| Wärmepumpentrockner | Kondenstrockner | |
|---|---|---|
| Stromverbrauch je Trockengang | 1,2 bis 1,8 kWh | 4 bis 5 kWh |
| Anschaffungspreis | ab etwa 450 Euro | ab etwa 300 Euro |
| Trocknungstemperatur | niedrig, rund 50 °C | höher, rund 70 °C |
| Dauer eines Trockengangs | länger, 2 bis 3 Stunden | kürzer, 1,5 bis 2 Stunden |
| Aufstellort | frei, kein Wasserabfluss nötig | frei, kein Wasserabfluss nötig |
| Geräusch | leiser | lauter |
Der höhere Preis beim Kauf rechnet sich bei durchschnittlicher Nutzung nach drei bis fünf Jahren. Wer selten trocknet, braucht länger, wer Familienwäsche stemmt, schafft es schnell.
Ein dritter Typ ist der Ablufttrockner. Er bläst die feuchte Luft über einen Schlauch nach draußen, verbraucht im Vergleich am meisten Energie und wird kaum noch verkauft. Einen Ablufttrockner solltest du heute nicht mehr anschließen.

Die Vorteile
- Geringer Energieverbrauch. Ein Wärmepumpentrockner benötigt bis zu 60 Prozent weniger Strom als ein Kondenstrockner.
- Schonend zur Wäsche. Die niedrige Temperatur bedeutet weniger Verschleiß an Fasern und Farben.
- Frei aufstellbar. Zum Anschließen genügt eine Steckdose, ein Wasserabfluss ist nicht nötig.
- Leiser im Betrieb. Angenehm, wenn er in der Wohnung steht.
- Gute Energieeffizienzklasse. Seit dem 1. Juli 2025 gilt das neue EU-Label von A bis G. Sparsame Modelle erreichen A oder B.
Die Nachteile
Drei Nachteile solltest du kennen, bevor du dich entscheidest:
- Höherer Preis beim Kauf. Der Aufpreis liegt je nach Modell bei 150 bis 300 €.
- Längere Laufzeit. Ein Trockengang dauert spürbar länger als beim Kondenstrockner.
- Empfindlichere Technik. Wärmetauscher und Kältekreislauf machen die Reparatur aufwendiger.
- Regelmäßige Pflege nötig. Dazu gleich mehr.
Pflege: Das musst du regelmäßig machen
Hier liegt der häufigste Grund für schlechte Ergebnisse. Ein Wärmepumpentrockner hat zwei Filterebenen statt einer, und das zweite wird gern übersehen.
- Flusensieb in der Türöffnung: nach jedem Trockengang säubern.
- Zweites Feinsieb darunter: etwa alle fünf Durchgänge auswaschen und vollständig trocknen lassen.
- Wärmetauscher: Bei selbstreinigenden Modellen genügt ein Blick alle paar Monate, sonst ist er herausnehmbar und wird unter fließendem Wasser gespült.
- Kondenswasserbehälter: nach jedem Durchgang leeren, sonst stoppt der Trockner.
Ein verstopfter Wärmetauscher verlängert die Laufzeit, erhöht den Stromverbrauch und ist der Klassiker unter den vermeintlichen Defekten.

Lohnt sich die Anschaffung?
Rechne mit deinem eigenen Verbrauch. Bei 150 Trockengängen und 35 Cent je Kilowattstunde liegen die Stromkosten pro Jahr bei etwa 75 € für einen Wärmepumpentrockner und 200 € für einen Kondenstrockner. Diese Differenz deckt den Aufpreis in zwei bis drei Jahren.
Wer weniger als 50 Mal im Jahr trocknet, sollte prüfen, ob sich die Anschaffung überhaupt lohnt. Für alle anderen ist ein Wärmepumpentrockner heute die beste Wahl, und beim Neukauf ohnehin der Standard.
Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Wärmepumpentrockner?
Er erwärmt Luft, führt sie durch die Trommel, kühlt sie zur Entfeuchtung ab und erwärmt dieselbe Luft erneut. Der geschlossene Kreislauf spart Energie.
Wie viel Strom verbraucht er?
Ein Wärmepumpentrockner verbraucht 1,2 bis 1,8 kWh je Trockengang, etwa ein Drittel dessen, was ein Kondenstrockner benötigt.
Wie lange dauert ein Durchgang?
Meist zwei bis drei Stunden, also länger als beim Kondenstrockner. Eine hohe Schleuderdrehzahl verkürzt die Zeit spürbar.
Braucht man einen Wasseranschluss?
Nein. Das Kondenswasser sammelt sich im Behälter, zum Anschließen genügt eine Steckdose.
Muss der Wärmetauscher gereinigt werden?
Bei vielen Modellen ja, etwa halbjährlich. Selbstreinigende Geräte brauchen nur eine Sichtkontrolle.
Wie senke ich die Stromkosten weiter?
Mit hoher Schleuderdrehzahl und voller Trommel. Wer den eigenen Solarstrom nutzen möchte, findet die Rechnung dazu in unserem Beitrag zum Stromspeicher mit 20 kWh.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

