Andorra la Vella liegt auf 1.023 m und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt Europas. Das Land erstreckt sich zwischen 840 und knapp 2.950 m Höhe.
Kein anderer Staat in Europa hat eine so hohe mittlere Lage. Auf 468 Quadratkilometern besitzt Andorra 65 Gipfel über 2.000 m, und eine flache Ebene sucht man vergeblich.
Wie hoch liegt Andorra la Vella?
Andorra la Vella liegt am Gran Valira auf 1.023 m über dem Meer. Zum Vergleich: Madrid kommt auf 667, Bern auf 542, Berlin auf 34.
Keine andere Kapitale auf dem Kontinent kommt auch nur in die Nähe. Das merkt man im Alltag: Die Stadt zieht sich schmal am Fluss entlang, weil daneben die Hänge steil ansteigen.
Für einen Besuch bedeutet das: Auch im Hochsommer kühlt es nachts ab, und von Dezember an liegt in der Stadt regelmäßig Schnee. Die beste Zeit für Wanderungen reicht von Juni bis Oktober, die Skisaison von Dezember bis April.
Der oberste und der tiefste Punkt
| Höhe | |
|---|---|
| Gipfel Pic de Coma Pedrosa | knapp 2.950 m |
| Skiort Pas de la Casa | über 2.000 m |
| Andorra la Vella | 1.023 m |
| Tiefster Punkt im Süden | 840 m |
Der Pic de Coma Pedrosa liegt im Nordwesten an der Grenze zu Spanien und überragt alles andere. Der tiefste Punkt liegt bei Sant Julià de Lòria, dort, wo der Gran Valira ins Nachbarland abfließt.
Dazwischen liegen gut 2.100 Höhenmeter auf einer Fläche, die kleiner ist als der Bodensee. Das prägt die Landschaft in Andorra: enge Schluchten, steile Hänge, Passstraßen.

Ein Land aus sieben Gemeinden
Das Fürstentum besteht aus sieben Gemeinden, die sich an den Talläufen orientieren. Historisch hieß das Gebiet schlicht die Täler, und das Parlament heißt bis heute Consell General.
Die wichtigsten Orte liegen alle über 900 m:
- Andorra la Vella, 1.023 m, Hauptstadt und Einkaufszentrum
- Escaldes-Engordany, 1.050 m, direkt anschließend, bekannt für die Thermalquellen
- Encamp, 1.250 m, Zugang zum Skigebiet Grandvalira
- Canillo, 1.530 m, die am weitesten oben gelegene Gemeinde
- Ordino, 1.300 m, Ausgangspunkt für Wanderungen
- La Massana, 1.230 m, nahe dem obersten Gipfel
- Sant Julià de Lòria, 909 m, an der Grenze zu Spanien
Der Skiort an der Grenze zu Frankreich liegt sogar über 2.000 m und gehört zu den am weitesten oben gelegenen Siedlungen im gesamten Gebirge.
Was die Höhe für das Klima bedeutet
In Andorra herrscht Hochgebirgsklima. Die Winter sind kalt und schneereich, die Sommer angenehm warm mit 20 bis 30 Grad, wie der ADAC für das Reiseziel angibt.
Die Schneesicherheit ergibt sich direkt aus der Lage. Während weiter unten oft Regen fällt, liegt hier oben Schnee.
Im Sommer kehrt sich der Vorteil um. Wenn es an der Küste 35 Grad hat, sind es hier zehn Grad weniger. Das macht das Land besonders für Wanderer und Radfahrer attraktiv, gerade wenn im Frühjahr anderswo schon Hitze herrscht. Wo es zu dieser Zeit sonst angenehm warm ist, steht im Beitrag dazu, wo es im April warm ist.
Wie kommt man in diese Höhe?
Einen Flughafen für den Linienverkehr besitzt das Fürstentum nicht. Die Anreise erfolgt über die Straße, und das bedeutet in jedem Fall eine Bergfahrt.
Die üblichen Wege:
- Aus Katalonien, etwa 200 Kilometer, gut drei Stunden über La Seu d’Urgell.
- Von Toulouse, etwa 185 Kilometer, ebenfalls drei Stunden, über den Port d’Envalira.
- Mit dem Bus ab beiden Flughäfen, mehrmals täglich.
Der Port d’Envalira ist mit 2.408 m der oberste asphaltierte Pass der Pyrenäen. Im Winter kann er gesperrt sein, dann führt ein Tunnel darunter hindurch. Von Spanien aus geht es durchgehend im Talgrund, ohne Passhöhe.

Sehenswürdigkeiten und Eckdaten
Die Hauptstadt ist klein genug, um alles zu Fuß zu erledigen. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Andorras sind das Casa de la Vall aus dem 16. Jahrhundert, in dem jahrhundertelang das Parlament tagte, und die romanische Kirche Santa Coloma mit ihrem runden Glockenturm aus dem 9. Jahrhundert.
Weitere Eckdaten:
- Fläche: 468 Quadratkilometer, etwa halb so groß wie Berlin
- Bevölkerung: etwa 80.000 Menschen, davon knapp die Hälfte mit andorranischer Staatsbürgerschaft
- Amtssprache: Katalanisch, daneben wird Spanisch gesprochen sowie Französisch
- Währung: der Euro, obwohl das Land nicht zur EU gehört
- Staatsform: parlamentarisches Kofürstentum mit zwei Staatsoberhäuptern
Diese ungewöhnliche politische Konstruktion geht auf einen Streit zurück, der 1278 beigelegt wurde. Seitdem teilen sich der Bischof von Urgell und das Staatsoberhaupt Frankreichs das Amt, und beide stellen bis heute je einen Vertreter. Eine neue Verfassung machte Andorra 1993 zur parlamentarischen Demokratie.
Der zweite Grund, warum viele herfahren, ist die niedrige Mehrwertsteuer. Elektronik, Alkohol, Tabak und Parfüm kosten weniger als jenseits der Grenze, und die Einkaufsstraße Avinguda Meritxell ist an Wochenenden entsprechend voll.
Häufige Fragen
Wie hoch liegt Andorra la Vella?
Auf 1.023 m über dem Meer, europaweit unerreicht.
Welcher Berg ragt am weitesten auf?
Der Pic de Coma Pedrosa mit knapp 2.950 m im Nordwesten.
Wie tief liegt der niedrigste Punkt?
Bei 840 m im Süden, an der Grenze zum Nachbarland.
Wie groß ist Andorra?
468 Quadratkilometer, ungefähr die halbe Fläche Berlins.
Welche Sprache spricht man dort?
Amtssprache ist Katalanisch. Spanisch und Französisch sind im Alltag verbreitet.
Welche Währung gilt in Andorra?
Der Euro, obwohl das Fürstentum kein EU-Mitglied ist.
Wie kommt man nach Andorra?
Nur über die Straße, meist ab Barcelona oder Toulouse. Einen Linienflughafen gibt es nicht.
Zu welchem Land gehört Andorra?
Zu keinem. Es ist ein eigenständiger Staat, wie der Beitrag dazu zeigt, wie viele Länder es auf der Erde gibt.
*Zuletzt aktualisiert: September 2026.*

